
Das Planetarium Bremerhaven – von der Erde aus in den Himmel blicken
Viele Menschen lieben es, in einer klaren Nacht in das Weltall zu schauen. Ferne Sterne und Planeten faszinieren uns seit Jahrtausenden – und können für die Bewohner der Erde sogar eine praktische Bedeutung haben. Doch noch immer wirken die endlosen Weiten für die meisten Betrachter unbegreifbar. Das Planetarium in Bremerhaven möchte mit seinen Veranstaltungen daran etwas ändern – und helfen, das All besser zu verstehen.Erst seit wenigen Jahren für das Publikum geöffnet
Planetarien lassen sich in vielen Orten finden. Oft können die Menschen davon berichten, wie sie bereits mit ihren Eltern und Großeltern dort in die Sterne geschaut haben. In Bremerhaven ist das allerdings ein wenig anders, denn seit dem Jahr 2010 erst ist es der Öffentlichkeit überhaupt erlaubt, es zu betreten. Der Grund dafür ist recht simpel: Das Planetarium wurde zwar schon im Jahre 1961 gegründet – war seinerzeit aber ein fester Bestandteil der Seefahrtschule in Bremen. Die Angehörigen der Marine sollten hier lernen, sich auf offenem Meer ihren Weg anhand der Sternenbilder zu bahnen.Im Zuge der Neueröffnung vor wenigen Jahren hat sich das Planetarium aber auch gänzlich neu ausgerichtet. So verfügt es mittlerweile über Partnerschaften mit dem Schulamt Bremerhaven sowie dem Alfred-Wegener-Institut, das sich mit der Erforschung der Polarregionen und der Eismeere befasst. Die Besucher können sich somit auf zahlreiche Vorträge freuen, die sich dem Weltall und den Sternen mit ganz praktischen Fragen widmen: Gibt es da draußen eigentlich Außerirdische – und ist ein Bewohnen der fernen Planeten irgendwann einmal möglich?
Gemeinsam in die Sterne schauen
Im Vergleich mit vielen anderen Planetarien nimmt sich Bremerhaven – auch aufgrund seiner früheren Nutzung – etwas bescheiden aus. 30 Personen können in dem Saal sitzen, der unterhalb der sechs Meter hohen Kuppel gelegen ist und der mit sehr bequemen Sesseln dazu einlädt, in die Weiten des Alls zu blicken. Aber was genau sehen wir da überhaupt? Dozenten der Sternwarte erklären anschaulich und pädagogisch hochwertig, welche Himmelskörper zu erkennen sind, wie sie einst entstehen konnten – und dass einige von ihnen längst nicht mehr existieren, obwohl wir sie immer noch als Lichtpunkt am Firmament wahrnehmen.Sowohl Erwachsene als auch Kinder und Jugendliche sollen in den 30 bis 60 Minuten andauernden Vorträgen etwas Neues lernen – und sich dennoch gut unterhalten fühlen. Inhaltlich geht es zuweilen nicht direkt um Sterne und Planeten. Vielmehr schaffen es die Dozenten, mitunter komplexe Themenbereiche wie die Mathematik, die Physik oder die Chemie in ihre Ausführungen einzubeziehen und sich auf dieser Basis den für uns wichtigen Fragen zu widmen: Warum gibt es eigentlich vier Jahreszeiten – und mit wie viel PS an Schubkraft sauste die erste bemannte Rakete in den Himmel?
Antworten im gemeinsamen Austausch finden
Für manche Besucher mag das, was im Weltall passiert, wenig Bedeutung für unser alltägliches Leben haben. Doch nicht nur fremde Sterne und Planeten fliegen in weiter Entfernung durch das Universum – auch manches, was von Menschenhand geschaffen wurde, lässt sich dort finden. Etwa Satelliten, ohne die vielleicht die Navigationsgeräte im Auto oder das Aufzeichnen der Fahrradstrecke auf der Fitnessuhr gar nicht funktionieren würden. Das All hat sich längst zu einem Raum entwickelt, der sinnvoll von der modernen Gesellschaft genutzt wird.Gerade für Kinder und Jugendliche werden diese Themen so aufbereitet, dass die Vorträge selbst ohne besonderes Vorwissen nachvollzogen werden können. Mehr noch, im Planetarium Bremerhaven werden sogar ganze Unterrichtsstunden durchgeführt – statt des Blicks in das Lehrbuch oder an die Schultafel folgt dann eben stilecht das Betrachten der Sterne durch ein großes Teleskop. Schülerinnen und Schüler sollen zugleich dazu animiert werden, Fragen zu stellen und gemeinsam an der Lösung manch komplex wirkender Probleme zu arbeiten. Die Dozenten der Sternwarte helfen gern dabei – und sorgen somit dafür, dass das All ein wenig besser verstanden werden kann. Community: 0 Bewertungen
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