Das Museum of Astronomy in Bath widmet sich dem Lebenswerk der Familie Herschel

Ein Stadthaus im Westen von England wird Zeuge bahnbrechender Entdeckungen

Im Haus Nummer 19 in der New King Street in Bath, einer Stadt in der englischen Grafschaft Somerset, lebte einst der bekannte Astronom und talentierte Musiker William Herschel mit seiner Schwester Caroline. Als die Familie 1777 einzog, waren die Bauarbeiten kaum abgeschlossen und die Straße noch nicht gepflastert. Im Laufe der Zeit erlebte das Haus der Herschels viele bedeutende Entdeckungen. In der angegliederten Werkstatt fertigte William ein sieben Fuß großes Teleskop, mit dem er im Jahr 1781 den Planeten Uranus aufspürte. Es war die erste Entdeckung eines neuen Planeten seit der Antike. Caroline und William trugen wesentlich zum Fortschritt auf dem Gebiet der Astronomie bei. Die Tätigkeit der Geschwister Herschel hat deutliche Spuren in der modernen Wissenschaft und Weltraumforschung hinterlassen. Dank ihrer Beobachtungen ließ sich die bekannte Größe des Sonnensystems verdoppeln. William führte in der gleichen Tradition wie die großen Astronomen der Renaissance die Wissenschaft des Fernrohrbaus weiter. Seine Leistungen wurden von König Georg III. gewürdigt. Laut Sir Patrick Moore, einem Förderer des Museums, vermittelte William Herschel als erster ein annähernd zutreffendes Bild von der Konfiguration unseres Sonnensystems. Er hielt ihn für den besten Teleskopbauer seiner Zeit und einen großartigen Beobachter.

Das Museum eröffnet dem Besucher eine faszinierende Welt

Am 13. März 1981 und damit auf den Tag genau 200 Jahre nach der Entdeckung des Uranus wurde in Williams ehemaligen Wohnhaus das Museum of Astronomy eröffnet. Nach einer sorgfältigen und detailgetreuen Instandsetzung wurde das alte Haus in der New King Street zu neuem Leben erweckt und den Errungenschaften der Herschels gewidmet. Das Museum erzählt die Geschichte der Familie Herschel, wie sie in Bath lebte und wirkte, und hebt ihre wertvollen Verdienste um Kunst und Wissenschaft hervor.

Hinter dem Hauseingang mit dem typisch englischen schmiedeeisernen Zaun betritt man eine längst vergangene und doch so fesselnde Zeit. An die Eingangshalle grenzen ein Esszimmer und ein geräumiger Wohnraum im hinteren Teil des Hauses. Eine steile Treppe führt in das Souterrain und in die oberen Stockwerke, wo sich die Schlaf- und Dienstbotenzimmer befanden. Das Untergeschoss umfasst eine Küche mit einem viktorianischen Herd aus Gusseisen, eine Stube und die Werkstatt, in der William und sein Bruder Alexander ihre Teleskope anfertigten. In der Küche steht ein vollständig eingerichtetes Modell des Museumsgebäudes. Im traditionellen gregorianischen Garten wachsen neben Zypressen heimische Heil- und Küchenpflanzen.

Exponate zum Bewundern und Entdecken

Zahlreiche der nachgebildeten Ausstellungsstücke können nicht nur bestaunt, sondern auch berührt und betätigt werden, wie z. B. Herschels Poliermaschine für Teleskopspiegel. Das Museum besitzt ein maßstabsgetreues Modell von Herschels 40-Fuß-Teleskop, das bei einem Sturm zerstört wurde. Eine frühe Fotografie vom Original, aufgenommen von Sir John Herschel, ist im Musikzimmer des Museums ausgestellt. Die voll funktionsfähige Nachbildung von Herschels Sieben-Fuß-Spiegelteleskop aus Messing und Palisanderholz wird im Empfangsraum des Erdgeschosses gezeigt.

Ferner präsentiert das Museum Weltkugeln und Planetarien. Ein von dem berühmten Instrumentenbauer George Adams um 1782 geschaffenes Messing-Trommel-Oratorium demonstriert mithilfe eines Uhrwerks, wie sich die Planeten um die Sonne bewegen. Im Garten sind verschiedene Kunstwerke zu sehen, darunter eine Steinskulptur von William und Caroline Herschel bei der Kartierung des Himmels. An der Stelle, an der William vermutlich sein Fernrohr aufgestellt hat, befindet sich eine Sonnenuhr.

Einer der Höhepunkte des Herschel Museum of Astronomy ist das Musikzimmer, in dem William Herschel seine Schüler unterrichtete. Zu den vielen einzigartigen Stücken in diesem Raum gehört eine Louis XVI-Pedalharfe. Das dort ausgestellte Kleid von Caroline Herschel lässt vermuten, dass die bedeutende Astronomin von äußerst kleiner Statur gewesen sein muss. Nicht minder interessant ist Herschels Werkstatt. Unter den verschiedenen Exponaten befindet sich eine Form aus Pferdemist und Gips, in die geschmolzenes Metall zur Herstellung von Teleskopspiegeln gegossen wurde. Community: 0 Bewertungen
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