Der Palace of Holyroodhouse: die Residenz der Queen in Schottland

Die Empfänge der Königin sind ein gesellschaftlicher Höhepunkt in Edinburgh


Der von 1671 bis 1678 im gotischen Stil erbaute Palace of Holyroodhouse liegt wie das Edinburgh Castle auf der Prachtstraße Royal Mile (High Street) im historischen Zentrum der schottischen Hauptstadt und dient Queen Elizabeth II. als offizielle Residenz während ihrer sommerlichen Aufenthalte vor Ort. Im Verlauf der von ihrem Vorgänger Georg V. ab Ende des 19. Jahrhunderts begründeten und seit regelmäßig alljährlich abgehaltenen „Holyrood Week“ von Ende Juni bis Anfang Juli empfängt die britische Monarchin hier bei einer Party bis zu 8.000 Vertreter aus allen gesellschaftlichen Bereichen Schottlands. Während dieser Zeit wie auch der Anwesenheit anderer Mitglieder der königlichen Familie ist der Palast für die Öffentlichkeit zwar nicht zugänglich. Ansonsten und den Großteil des Jahres können Besucher sowohl die meisten der prachtvollen Innenräume der Anlage als auch den vier Hektar großen Schlosspark besichtigen. In den Königsgemächern (Historical apartments) aus dem 16. sowie den Staatsappartements (State apartments) aus dem 17. Jahrhundert können neben wertvollen barocken Möbeln und edlen flämischen Tapisserien auch eine mit filigranen Mosaiken versehene Eichenholzdecke sowie Grisaillemalereien und Exponate aus dem Leben der einstigen schottischen Königin Maria Stuart bewundert werden. Gleichermaßen sehenswert sind die dekorativen Stuckdecken in den heutigen Staatsgemächern, der klassizistische eingerichtete Speisesaal und der Thronsaal sowie der Abend- (Evening Drawing Room) und der Morgensalon (Morning Drawing Room).

Die lange und bewegte Geschichte des Palastes spiegelt sich in den Kunstschätzen


Eine besondere Erwähnung verdient auch die „Große Galerie“ (Great Gallery) als größter Raum des Palastes mit 111 Porträts schottischer Herrscher, die alle vom holländischen Kunstmaler Jacob Willemszoon de Wet zwischen 1684 und 1686 angefertigt wurden. In der imposanten Gemäldegalerie wurden ab 1707 Schottlands Vertreter für das britische Parlament in Westminster gewählt. Während des Zweiten Jakobitenaufstands zwischen September 1745 und April 1746 unter Führung von Bonnie Prince Charlie richtete dieser in dem Saal große Ballabende aus. Nach der Julirevolution von 1830 in Frankreich, der Abdankung und Flucht des französischen Königs Karl X. ins Exil nach Edinburgh und den Palace of Holyroodhouse wurde dort eine katholische Kapelle für ihn und seine Gefolge eingerichtet. Bis heute ist die Galerie ein häufig für große Bankette mit zahlreichen Gästen genutzter Raum. Außer den vielen Gemälden sind dort auch kunsthistorisch einzigartige Preziosen wie die für die europäische Buchmalerei bedeutende Handschrift „Lorscher Evangeliar“ aus dem frühen 9. Jahrhundert ausgestellt. Eine ähnlich umfangreiche Fülle an Kunstschätzen beherbergen auch die benachbarten Räumlichkeiten im Nordwestturm, die damals vom zweiten Gemahl Maria Stuarts, dem 1567 unter nie gänzlich geklärten Umständen zu Tode gekommenen Henry Stuart (Lord Darnley) bewohnt wurden. Hierzu zählt u. a. ein riesiges, mit Pfauenfedern geschmücktes Himmelbett von 1682.

Für weltliche und sakrale Besucher aus dem Ausland dient der Palast als Unterkunft


Von außen sowie in architektonisch und baulich zeitgeschichtlicher Hinsicht präsentiert sich der Palace of Holyroodhouse gleichermaßen sehr beeindruckend. Die geschlossene Vierflügelanlage mit quadratischem Grundriss wurde im Jahr 1532 fertiggestellt. Die Erweiterungen stammen aus der Zeit zwischen 1671 bis 1678 bzw. 1824 und 1834. Häufig fotografiert wird besonders der Westflügel mit der abschließenden Brüstung und dem Hauptportal samt dorischen Säulen. Der Innenhof wird von den jeweils dreigeschossigen Hoffassaden der restlichen Flügel begrenzt, deren einzelne Geschosse von dorischen, ionischen und korinthischen Säulen gegliedert werden. Auf dem gegenüberliegenden Osttrakt thront ein Dreiecksgiebel, nordöstlich schließt sich das im Jahr 1128 erbaute Chorherrenstift der seit Mitte des 18. Jahrhunderts nur als Ruine erhaltenen Klosterkirche Holyrood Abbey an. Die Überreste der Kapelle sollen den deutschen Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy nach einem Besuch vor Ort im Jahr 1829 zu dessen Sinfonie Nr. 3 („Schottische Sinfonie“) inspiriert haben. Ein unter Besuchern des Palastes ebenfalls als Fotomotiv populäres Bauwerk ist darüber hinaus der verschwenderisch mit Skulpturen und Steinfiguren geschmückte Brunnen von 1861 in der Mitte des Vorplatzes. Außer für die oben bereits erwähnten Empfänge schottischer Honoratioren und Würdenträger durch die Queen wird der Palace of Holyroodhouse auch immer wieder als majestätische Unterkunft für ausländische Staatsgäste genutzt. So übernachteten hier in der Vergangenheit schon Papst Benedikt XVI., Nelson Mandela und Wladimir Putin sowie Harald V. von Norwegen und Margrethe II. von Dänemark.
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