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Herkulaneum

die kleine Schwester Pompejis

Pompeji, das im Jahre 79 n. Chr. im Ausbruch des Vesuv untergegangen ist, hat Berühmtheit erlangt. Wer hat nicht davon gehört?
Plinius der Jüngere war dabei. Ihm verdanken wir den ersten Augenzeugenbericht einer Naturkatastrophe gigantischen Ausmaßes. Der Vulkan, der ein halbes Jahrtausend geruht hatte, wurde nicht als das erkannt, was er war, ein schlafender Riese, eine fast unhörbar tickende Zeitbombe. Pompeji, von Herkulaneum nur 16 Kilometer entfernt, wurde bekanntlich unter einem furchtbaren Ascheregen erstickt, wovon die vielen gut erhaltenen Skelette Zeugnis ablegen. Zur Flucht war keine Zeit mehr.
Herkulaneum, dem Städtchen an der Küste ist dieser Bekanntheitsgrad nicht beschieden. Es ist ein spannendes Ziel, obwohl oder gerade, weil die Ausgrabungen hier viel kleiner sind und weit weniger Touristenrummel herrscht. Herkulaneum war immer schon weniger laut und lebhaft als der Handelsknotenpunkt Pompeji. Es war ein beschaulicher und pittoresker Ort am Golf von Neapel, den reiche Römer zur Erholung nutzten. Luxuriöse Villen mit Meerblick wurden erbaut. Zu nennen ist die berühmte Villa dei Papiri, 1750 von einem Schweizer Archäologen entdeckt, in der bewundernswerte Skulpturen gefunden wurden und verkohlte Papyrus-Schriftrollen, vorwiegend Werke griechischer Philosophen. Sie wieder lesbar zu machen ist eine schwierige Aufgabe. Erst in den letzten Jahren geben moderne Verfahren Grund zur Hoffnung.

Der Herkulaneum-Irrtum

Die Einwohner Herkulaneums, hieß es lange, konnten in Booten über das Meer fliehen. Sie hatten angeblich sogar mehrere Tage Zeit dazu, denn erst dann hätten die Massen glühender Lava die kleine Stadt erreicht. Dachte man denn lange wurden nur wenige sterbliche Überreste der Männer, Frauen und Kinder gefunden, die dort gelebt hatten.
Archäologen begannen erst im Jahre 1982 damit, das Dutzend Bootshäuser am Strand auszugraben, und fanden mehr als 200 Skelette. Die Gebäude hatten viel weniger Schutz geboten als offenbar angenommen, und an den Gebeinen ist zu erkennen, dass es sich in der Mehrzahl um Alte, Kranke und Behinderte gehandelt hat. Für sie gab es kein Entrinnen. Die Fitteren hatten da etwas mehr Glück, wenigstens einige von ihnen. Einen Grund, warum es vielen Einwohnern nicht gelungen war, der Katastrophe per Boot zu entkommen, nennt der Bericht Plinius' des Jüngeren. Wir kennen dieses Phänomen heute von Seebeben und Tsunamis. Das Wasser zog sich zurück, der Strand verbreiterte sich erheblich und war von Meerestieren übersät, die auf dem Trockenen ihr Leben lassen mussten.
Heute gilt die Erkenntnis, dass der 400 Grad heiße Lavastrom mit hoher Geschwindigkeit Richtung Herkulaneum floss. Bald nach Mitternacht erreichte eine Feuerwalze die Bootshäuser. Die Menschen, die sich dort in Sicherheit glaubten, starben innerhalb weniger Sekunden. Insgesamt vier Ströme folgten bis zum nächsten Vormittag und verschütteten die Stadt, die sie beim Abkühlen unter einer 20 Meter dicken Schicht von Tuffstein begruben.
Das Städtchen lag nun luftdicht konserviert wie versiegelt unter der Erde. Das harte Gestein erleichtert die noch andauernden Ausgrabungen nicht, aber es hat einen unschätzbaren Vorteil: Im Gegensatz zu den Überresten von Pompeji fielen die von Herkulaneum nicht Plünderungen zum Opfer.

Antike Kunstwerke

Ausgegrabene Fresken und Bronzeskulpturen sind im archäologischen Nationalmuseum in Neapel zu sehen.
Der Raum, in dem Funde gelagert werden, ist oder war offenbar nicht gut genug gesichert. Im Februar 1990 traten zwei vermummte und bewaffnete Männer in Erscheinung, die alle sechs Wachposten außer Gefecht setzten, fesselten und fast 300 wertvolle Kleinteile erbeuteten Schmuckstücke, Münzen, Bronzestatuetten. Bisher ist dieser Schatz nicht wieder aufgetaucht.

Die Dächer der Häuser in Pompeji brachen unter der Last der Asche zusammen, aber in Herkulaneum waren die Gebäude bereits mit festem Material gefüllt, das der Vesuv aus seinem Krater geschleudert hatte. Nur wenige Zentimeter Asche regneten herab. Darum sind die Häuser so gut erhalten, oft sogar in ganzer Höhe. Hier kann man sich einen unvergesslichen Eindruck davon verschaffen, wie die Menschen im alten Römerreich gewohnt haben. Die Außenwände sind fast fensterlos, aber im Inneren bieten sich dem überraschten Blick lichtdurchflutete Räume, farbenfroh bemalte Wände, unzerstörte Gebrauchsgegenstände und prachtvolle Gärten.

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