Dom zu Riga - Foto: Makalu auf Pixabay
Dom zu Riga - Foto: Makalu auf Pixabay

Der Dom zu Riga

Die Baumeister des Doms zu Riga entschieden sich bei der Planung dieses gewaltigen Bauwerks für einen ganz besonderen Platz. Sie wählten einen Ort, der heute die geografische Mitte der lettischen Metropole ist. Dem ersten Bischof der Stadt, Albert von Buxthoeven, wird es alten Zeugnissen zufolge zugeschrieben, der Urvater dieser Kathedrale zu sein. Im Jahr 1211 erfolgte die Grundsteinlegung außerhalb der damaligen Stadtmauern von Riga. Wer heute nach den ältesten Teilen des Doms Ausschau hält, sollte sich im Querschiff mit seinen romanischen Elementen umschauen. Auch der Kreuzgang stammt aus der Zeit des legendären Bischofs Albert.

Eine deutsche Kolonie in Livland

Albert von Buxthoeven hatte eine apostolische Bulle, unterzeichnet von Papst Innozenz III., in seinem Reisegepäck, als er im Jahr 1200 die Mündung der Düna erreichte. Er wurde begleitet von zahlreichen Kaufleuten und etlichen Pilgern, die eine deutsche Kolonie im damaligen Livland, dem heutigen Lettland, gründeten. Der Bischof trug zudem den bedeutenden Titel eines Reichsfürsten und gründete den Schwertbrüderorden, der in der Geschichte dieser baltischen Region eine wichtige Rolle spielte. Doch es ist vor allem der Dom zu Riga, dessen Historie mit dem ersten Bischof von Lettland eng verknüpft ist. Sein Denkmal ist im Innenhof der Kirche zu besichtigen.

Eine Mixtur aus zahlreichen Elementen

Im Mittelalter erhielt der Dom zu Riga ein verändertes Aussehen, die Fassaden ähnelten denen einer Basilika. Im 14. und 15. Jahrhundert entstand auch der Turm, der in dieser Zeit mit seiner stattlichen Höhe von 140 Metern alle Häuser der Stadt weit überragte und das höchste aller Bauwerke an der Düna war. Gebaut wurden damals die seitlichen Kapellen sowie das westliche Querschiff des Gotteshauses. Wer heute die Kathedrale aufmerksam betrachtet, der entdeckt eine Mixtur aus den Elementen der frühen Gotik, der Romantik, des Barock und des Jugendstils. Schon in den Gründungsjahren des Doms sollen hier um die fünftausend Gläubige bei den Gottesdiensten Platz gefunden haben. Im Jahr 1524 wütete ein Brand in Riga, der das Innenleben des Doms und vor allem den Kirchturm in Mitleidenschaft zog, 250 Jahre später wurde der hölzerne Aufbau durch einen Barock-Turm ersetzt, der nunmehr neunzig Meter hoch ist.

Der Hahn auf dem Turm als Wetterfahne

Der Hahn, auf dem Turm des Doms zu Riga, erfüllt gleich zwei Aufgaben. Er ist nicht nur das Symbol der lettischen Hauptstadt, sondern auch die wichtigste Wetterfahne und hat ein Gewicht von 86 Kilogramm, ist 130 Zentimeter breit sowie einen halben Meter hoch. Bei einem Rundgang durch das Kirchenschiff sollte man dem Taufstein aus dem 12. Jahrhundert die Aufmerksamkeit schenken. Er stammt aus Ikšķile, einem kleinen Dorf am Ufer der Düna, dreißig Kilometer stromaufwärts von Riga. Seit der jüngsten Renovierung des Doms, im Jahr 2009, ziert der Taufstein den Mittelgang des Hauptschiffes. Das Grab des legendären Bischofs Meinhard von Segeberg, der Ende des 12. Jahrhunderts starb, befindet sich an der linken Chorwand. Zu den Perlen des Doms zählen die barocken Schnitzarbeiten der Holzkanzel. Man datiert sie um 1641. Von der Geschichte der Grundsteinlegung des Doms erzählt das prunkvolle Glasfenster.

Die gute Akustik bei Orgelkonzerten

Aus dem sächsischen Morgenröthe, wo der Hochofen der historischen Eisengießerei noch immer zu besichtigen ist, stammt die im Rigaer Dom ausgestellte Glocke. Sie wiegt 8,5 Tonnen und ist drei Meter hoch. Eine Besonderheit der Kathedrale stellt die Orgel dar, die 1893 in der Ludwigsburger Werkstatt Walcker erweitert wurde. Sie verfügte über mechanische Spieltrakturen mit 6.718 Pfeifen, 124 Registern und vier Manualen. Die Vorgänger dieses Orgelwerks entstanden im frühen 17. Jahrhundert. Seit langer Zeit ist der Rigaer Dom wegen seiner ausgezeichneten Akustik ein Ort für international beachtete Konzerte. Die Orgel zählt zu den größten weltweit und bei den Konzerten werden die Organisten häufig vom Knabenchor des Doms unterstützt.
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