Der Jeschken - Foto: ivabalk auf Pixabay
Der Jeschken - Foto: ivabalk auf Pixabay

Auf dem Jeschken

Der Fernsehturm wie ein Raumschiff

Im Dreiländereck, mit Deutschland und Polen, erhielt Tschechien im Norden von Böhmen einen Turm, der in Europa seines Gleichen sucht. Er befindet sich auf dem Berg Jeschken, welcher diesen Namen schon trug, als Liberec noch Reichenberg hieß und Hauptstadt des Gaues Sudetenland war. Heute präsentiert sich Liberec, die Stadt der Rhododendren, als charmante kleine Metropole mit einem aufpolierten historischen Zentrum und einer guten touristischen Infrastruktur. Doch über allem thront der Jeschken mit der einzigartigen Kulisse des Fernsehturms, der ausschaut wie die Spitze eines Raumschiffes.

Mit der Straßenbahn zum Hausberg

Genau 1010 Meter ist der Jeschken hoch und gilt als Hausberg von Liberec. Vom Stadtzentrum ist der Berg ungefähr 6.500 Meter entfernt. Bis zum Fuß dieser Erhebung fährt schon seit dem Jahr 1912 die Straßenbahn. Wer von Süden aus den Gipfel des Jeschken erwandern möchte, passiert zunächst den Ortsteil Ober-Hanichen. Der Kammweg über das Isergebirge ist bei jenen, die gut zu Fuß sind, überaus beliebt, denn das böhmische Mittelgebirge ist gespickt mit zahlreichen Aussichtspunkten. Einer der schönsten befindet sich auf den Höhen des Jeschken, der in der tschechischen Sprache "Ještěd" heißt.

Ein Stein als Grenzmarkierung

In der kalten Jahreszeit und bei einer ausreichenden Schneelage ist diese Region ein wichtiger Skiort mit etlichen Liften und Pisten. Außerdem gibt es hier eine Skisprung-Anlage, die immer mal wieder Schauplatz internationaler Wettbewerbe ist. Hier fanden im Jahr 2009 die Nordischen Ski-Weltmeisterschaften statt. Der berühmte Rohanstein ist die Erinnerung an die Zeiten, als der Gipfel des Jeschken für Urlauber erschlossen wurde. Er markierte seit 1838 die Grenze zweier Grundbesitzer. Es handelte sich dabei um den Grafen von Clam-Gallas aus einem österreichischen Geschlecht und um die Familie der Rohan aus der Bretagne. Die Grenzmarkierung, aus Granit, überstand auf dem Jeschken die Wirren kriegerischer Zeiten.

Ein preisgekrönter Architekt

Bereits Mitte des 19. Jahrhundert entstand auf dem Jeschken eine Mooshütte. Hier erfrischten sich die Wanderer jener Zeit. Im Jahr 1876 wurde neben einer Koppenbaude auf dem Gipfel ein Aussichtsturm aus Holz errichtet. Wenn man so will, war dies der Vorgänger der heutigen, futuristisch anmutenden Anlage. 1906 leistete sich der Gebirgsverein sogar den Bau eines Berghotels, das dann aber in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts abbrannte. Mit der Planung wurde der preisgekrönte tschechische Architekt Karel Hubáček beauftragt, der für die Projektierungsfirma Stavoprojekt in Liberec tätig war und dem man später die Ehrendoktorwürde der dortigen Technischen Universität antrug. Hubáček entschied sich, entgegen den Grundlagen der Ausschreibung, für einen modernen Aussichtsturm samt eines: Sendemasten, eines Hotels und eines Restaurants.

Hotel und Restaurant im Fernsehturm

Heute ist die Region stolz auf ihr ungewöhnliches Wahrzeichen, das mit einzigartigen Methoden der Bautechnik entstand. So musste im Inneren des Gebäudes eine Hülle aus einem Kunststoff entwickelt werden, dessen Fasern speziell verstärkt wurden. Als der optisch ansprechende Sendemast auf dem Jeschken schließlich fertig war, kamen die Bewunderer dieses Bauwerks von weit her. Architekt Karel Hubáček wurde mit dem Auguste-Perret-Preis des Jahres 1969 ausgezeichnet. Der Turm misst bis zur Spitze der Fernsehantenne genau 94 Meter. Über einen Maschinenraum etablierten sich besagtes Restaurant nebst Terrasse und Hotel. Zu einem Problem gestalteten sich nach der Eröffnung der Anlage, die starken Stürme über dem Isergebirge. Um zu verhindern, dass der Fernsehturm eines Tages Schaden nahm, wurden Schwingungsdämpfer mit einem Gewicht von immerhin sechshundert Kilogramm installiert. Mittlerweile ist die Anlage ein nationales Kulturgutdenkmal der Tschechischen Republik und ein lohnendes Ziel für Ausflügler.
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