Die Bath Abbey

Wer durch den kleinen Ort Bath in der englischen Grafschaft Somerset bummelt, der wähnt sich in einer Art Puppenstube. Um 1700 war das Dorf eigentlich nur bekannt, weil sich hier einst die Römer in den warmen Quellen, die aus dem Boden sprudelten, wohlfühlten. Eines Tages suchten die betuchten Einwohner von London alternative Quartiere auf dem Lande und entdeckten Bath. Es entstand ein Kurbad in einer grünen Umgebung, und der Ort wurde zu einem Anziehungspunkt der High Society, weil diese Gefallen an der neoklassizistischen Kulisse fand. Heute steht Bath auf der Liste der UNESCO-Weltkulturgüter. Auch wegen der eindrucksvollen Bath Abbey, die zu den am meisten besuchten Kirchen Englands zählt.

Herausgeputzt zur feinen englischen Art

Neben dem "Circus", der historischen Straße in Form eines Halbmondes, ist die Bath Abbey die größte Sehenswürdigkeit dieser Kleinstadt. Auf dem Gelände der heutigen eindrucksvollen Pfarrkirche soll es in vorchristlicher Zeit einen heidnischen Tempel gegeben haben. Überliefert ist hingegen ein Kloster, das dort im Jahr 675 unter der Schirmherrschaft des Bischofs von Worcester errichtet wurde. In den kriegerischen Auseinandersetzungen, die sich die Söhne Wilhelm des Eroberers im ausklingenden elften Jahrhundert lieferten, wurde Bath und damit auch das Kloster verwüstet.

Die Königin rief einen Fonds ins Leben

Im Laufe der Zeit veränderte sich der Stil dieser Kirche, die im Jahr 1245 durch Papst Innozenz IV. in den Rang einer Kathedrale gehoben wurde. Doch eine größere Bedeutung erlangte das Gotteshaus erst nach Renovierungsarbeiten zwischen 1863 und 1874. Unter der Leitung des genialen Architekten George Gilbert Scott, der zahlreiche mittelalterliche Kirchen restaurierte und in der Londoner Westminsterabtei seine letzte Ruhestätte fand, wurde insbesondere der Boden der Bath Abbey stabilisiert. Zu den Förderern der Kirche zählte auch Königin Elizabeth I., die einen nationalen Fonds ins Leben rief.

Eine Kirche mit Fußbodenheizung

Dass die Bath Abbey als Klosterkirche gebaut wurde, erkennt man noch heute an dem Kreuzplan der Architektur. In allen Zeiten war der geothermische Untergrund des Gotteshauses ein Problem. Allerdings entwickelten sich die heißen Quellen in der unmittelbaren Umgebung auch zu einem Vorteil für die damalige Gemeinde, denn an kalten Wintertagen erfreute man sich in der Bath Abbey an einer Art Fußbodenheizung. Das heutige Kirchenschiff ist 64 Meter lang und elf Meter breit. Die Säulen steigen bis in eine Höhe von 23 Metern. Eindrucksvoll ist vor allem die westliche Front der Abbey. Sie entstand, überlieferten Chroniken zufolge, im Jahr 1520 und überzeugt mit feinen Schnitzereien am Bogenfenster. Die Statuen von St. Peter und St. Paul flankieren die Tür.

Der Traum des Bischofs von Bath und Wells

Die Skulpturen an der Westfront der Kirche mit den zahlreichen Engeln auf einer steinernen Leiter sind offenbar ein Hinweis darauf, dass der legendäre Oliver King, der um 1500 zum Bischof der Diözese von Bath und Wells gekürt wurde, eines Tages nach einem Traum erwachte. Im Schlaf, so heißt es, sei ihm der Prophet Jakob begegnet. Aus diesem Traum entstand die "Jakobsleiter". Die Engelsfiguren sollen den "geistigen Aufstieg durch die Tugend der Demut und den Abstieg durch das Laster des Stolzes" symbolisieren.

Steine zu Ehren verdienter Persönlichkeiten

Der Turm der Bath Abbey ist zweistufig, verfügt über zwei Glockenöffnungen und über vier Turmspitzen. Er misst insgesamt knapp fünfzig Meter und ist durch eine Wendeltreppe mit genau 212 Stufen zu erklimmen. Im Turm der Abtei sind heute zehn Glocken untergebracht. Im Innern des Gotteshauses gibt es 617 Wanddenkmäler und 847 Bodensteine. Letztere sind verknüpft mit Menschen, die sich zeit ihres Lebens um England und um die Krone verdient machten. Die Gedenkstätten erinnern an die Kriege der vergangenen zwei Jahrhunderte. Berühmtheit erlangte der Chor der Kathedrale, deren Mitglieder häufiger zu Tourneen auf der Insel unterwegs sind.
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