Umspannwerk Recklinghausen/Museum Strom und Leben

Vom Strom weiß man, dass der fast immer über weite Strecken transportiert werden muss, um zu den häuslichen Steckdosen und Glühbirnen zu gelangen. Zum Beispiel von einer Windkraftanlage an der deutschen Nordseeküste bis zum Bodensee. In einem Umspannwerk werden dann die Leitungen des Stromnetzes gebündelt und erreichen dann die Konsumenten. Diese Einrichtungen sind keine ganz neue Erfindung, und so nahmen die Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen bereits im Winter des Jahres 1928 ihr Umspannwerk Recklinghausen in Betrieb. Heute erzählt man dort den Besuchern bei einer Klassenfahrt oder einer Studienreise die Geschichte vom Strom und vom Leben. Und man erfährt, dass bereits die antiken Gelehrten wussten, dass zum Beispiel Bernstein leichtere Körper anzieht, wenn er vorher mit Tüchern gerieben wurde. Also stammt das Wort Elektrizität vom griechischen "Elektron", dem Wort für Bernstein, ab. Das Umspannwerk Recklinghausen mit seinem Museum "Strom und Leben" ist so etwas wie eine Fundgrube des Wissens.

Der Sieg des Wechselstroms über den Gleichstrom

Auf ihrer Zeitreise werden die Besucher in diesem ungewöhnlichen Museum mitgenommen zu etlichen Exponaten, die den Menschen helfen, ihr Leben zu verbessern. Auf einer Ausstellungsfläche von immerhin 2.500 Quadratmetern passieren die Teilnehmer einer Schulfahrt unter anderem voluminösen Dampfmaschinen und mächtigen Turbinen. Ganz verständlich wird allen erklärt, wie der Strom in die Haushalte gelangt. Die historische Straßenbahn, die man dort antrifft, würde man nicht betreiben, gäbe es keine Elektrizität. Im Umspannwerk Recklinghausen blickt man hinter die Kulissen und bekommt einen Eindruck davon, wie unser Leben heute aussehen würde, wenn niemand die Wirksamkeit des Stroms erfunden hätte. Einem gewissen Werner von Siemens war es zu verdanken, dass er das dynamoelektrische Prinzip erkannte und damit die Basis für einen ersten elektrischen Generator legte. Und eines späteren Tages besiegte der Wechselstrom den Gleichstrom.

Premiere zur Bauausstellung im Emscherpark

Entworfen wurde das historische Umspannwerk in Recklinghausen durch Baumeister Carl Lill im Auftrag der Vereinigten Elektrizitätswerke. In den Jahren 1927/1928 setzten die Bauarbeiter über zwei Millionen Ziegel aufeinander. In der Nachbarschaft des Flusses Emscher und des Rhein-Herne-Kanals entstand unter anderem ein 110.000-Volt-Schalthaus. Im Laufe der Jahrzehnte wurde das mächtige Gebäude immer wieder erweitert und umgestaltet, ehe man sich entschloss, daraus als Beitrag eines Projektes der Internationalen Bauausstellung im Emscherpark ein Museum zu machen. Im Dezember 2000 war das "Museum Strom und Leben" fertiggestellt, und seither ist es ein interessantes Ziel nicht nur junger Menschen bei ihrer Klassenfahrt oder Studienreise. Nicht nur in der früheren Fahrzeughalle gibt es unzählige Beispiele dafür, wie der Strom unser Leben veränderte.

Schuh-Röntgengerät und ein Rauchverzehrer

Dies ist kein Museum mit Exponaten hinter Panzerglas. Das Umspannwerk Recklinghausen ist mit seinem Museum Strom und Leben vielmehr ein Museum um Anfassen. Dabei reicht das Kaleidoskop, das den Mitgliedern einer Schulfahrt präsentiert wird, von den größten Plasmakugeln, die jemals in Europa konstruiert wurden, bis hin zu ausgedienten und dennoch funktionstüchtigen Haushaltsgeräten. So mancher Besucher erfreut sich dabei an altertümlich anmutenden Videospielen. Schüler werden in diesem Museum aufgefordert, eigenhändig die Elektrogeräte zu testen. Nicht wenige dieser Geräte, zum Beispiel Tauchsieder, Toaster oder Telefone sind übrigens Erfindungen aus dem 19. Jahrhundert. Im begehbaren Depot des einstigen Umspannwerks treffen die Besucher unter anderem auf ein Schuh-Röntgengerät und auf einen Rauchverzehrer. Eine Visite wert ist auch das Museumskino. Übrigens gelangen jüngere Besucher häufiger mit dem Rad zu diesem Umspannwerk, denn an seiner Südseite führt der Emscher Park Radweg vorbei. Auch deshalb bietet das Museum Mieträder an und organisiert zuweilen Radtouren.
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