Feinmechanisches Museum Fellenbergmühle/Merzig

Das Feinmechanische Museum Fellenbergmühle in der saarländischen Kreisstadt Merzig ist für alle Zeiten mit zwei Namen verbunden. Einmal mit dem des landwirtschaftlichen Reformers und Unternehmers Wilhelm Tell von Fellenberg, der ursprünglich aus der Schweiz stammte. Und dann mit dem des Uhrmachermeisters Johann Peter Hartfuß. Der Erstere lebte zwischen 1798 und 1880 und wurde von seinen Zeitgenossen als Menschenfreund und Moralist bezeichnet. Wilhelm Tell von Fellenberg soll ein besonderes Verhältnis zu Mühlen entwickelt haben, denn sein Wohnhaus, das Schloss Fellenberg, war einst eine Lohmühle. In der Fellenbergmühle und dem heutigen Museum lebt der Name des Wilhelm Tell weiter. Johann Peter Hartfuß war es schließlich zu verdanken, dass aus der historischen Fellenbergmühle ein Museum wurde. Der Technik-Freak zog 1927 dort mit seiner Uhrmacherwerkstatt ein und stellte gemeinsam mit seinem Partner Paul Gottfrois feinmechanische Produkte her.

Ein Gewirr von Geräten und Werkzeugen

Wer heute das Feinmechanische Museum Fellenbergmühle in Merzig als Ziel einer Studienreise oder einer Schulfahrt wählt, der steht dort zunächst vor einem fast unübersichtlichen Gewirr von Geräten und Werkzeugen aller Art. Die Mühle befindet sich mit ihrem gesamten Inventar seit den Achtzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts unter Denkmalschutz. Sie wurde am Merziger Seffersbach bereits im Jahr 1767 betrieben. Im Laufe der Zeit wechselte sie mehrfach den Besitzer und wurde 1922 von dem Keramikunternehmen Villeroy & Boch ersteigert. Fünf Jahre später verlegte Johann Peter Hartfuß seinen Betrieb in diese Mühle. Hier wurden nicht nur Uhren hergestellt, sondern auch Schmuckstücke gefertigt. Zu den Ausstellungsstücken des heutigen Museums zählen eine Stanz- und Triebnietmaschine aus dem Jahr 1915 sowie eine Trauring-Graviermaschine, die Hartfuß konstruierte und die er 1928 zum Reichspatent anmeldete.

Die berühmte "Saarlanduhr" aus dem Stadtpark

Dass diese historischen Gerätschaften noch immer funktionstüchtig sind, erfahren die Besucher im Rahmen ihrer Klassenfahrt oder Studienreise bei ihrer Besichtigung durch geschultes Personal des Feinmechanischen Museums. Johann Peter Hartfuß entwickelte auch die sogenannte "Saarlanduhr", die der Volksmund auch als "Tomaten-, Obst- und Blumenuhr" bezeichnete. Sie wurde so benannt, weil das Zifferblatt mit Äpfeln, Birnen, Tomaten, Bohnen, Erbsen, Mohrrüben und Trauben gestaltet war. Die "Saarlanduhr" wurde erstmals im Jahr 1924 im Rahmen einer Landwirtschaftsausstellung in Merzig der Öffentlichkeit präsentiert und war lange Jahre eine Zierde des Merziger Stadtparks. Das Uhrwerk ist im Museum der Fellenbergmühle zu sehen. Die Produkte der Feinmechanik, die der Uhrmeister entwickelte, fanden Abnehmer in der ganzen Welt.

Der Charakter der Werkstatt blieb erhalten

Besucher dieses Museums, die sich für die Funktion dieser Geräte interessieren, werden staunend vor diesem technischen Sammelsurium stehen. Den Teilnehmern einer Schulfahrt oder einer Klassenfahrt werden die diversen Arbeitsmethoden erklärt und was es zum Beispiel mit einer Zerspanungsmaschine auf sich hatte. Uhrmachermeister Hartfuß hatte sich sehr bald einen überregional guten Namen für seine Präzisionsarbeiten gemacht. Seine Nachfolger setzten diese von Hartfuß begründete Tradition fort, ehe der Betrieb im Jahr 1973 eingestellt wurde und die altehrwürdige Fellenbergmühle mehr und mehr verkam. Doch dann gründete sich ein "Förderverein Fellenbergmühle". Deren Initiatoren setzten die aus den Vereinigten Staaten von Amerika stammende Francis-Turbine wieder in Gang und betrieben einige der historischen Maschinen der Werkstatt dank der Kraft des Wassers aus dem Seffersbach. Heute kann man in diesem Feinmechanischen Museum die diversen Arbeitsschritte verfolgen. Bei der Sanierung des alten Gebäudes und der Werkstatt des Johann Peter Hartfuß wurde darauf geachtet, dass der ursprüngliche Charakter erhalten blieb. Dem Gebäude wurde das Bistro "Café Cardan" angegliedert. Die Räumlichkeiten werden auch zu Hochzeiten, Lesungen, Kunstausstellungen und Märkten genutzt.
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