ZCOM – Zuse-Computer-Museum in Hoyerswerda

Konrad Ernst Otto Zuse? Nur wenige Menschen können mit diesem Namen etwas anfangen. Und doch sollte man ihn kennen, denn dieser Mann hat etwas erfunden, was die Welt nachhaltig veränderte. Die Rede ist vom Computer, denn dieser Konrad Zuse entwickelte in den Vierzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts den ersten funktionstüchtigen und frei programmierbaren Rechner. In Hoyerswerda, der hübschen Kleinstadt in der Lausitzer Seenplatte, hat man ihm mit dem ZCOM, dem Zuse-Computer-Museum, ein Denkmal gesetzt. Und dies, obwohl er in Hoyerswerda weder zur Welt kam und dort auch nicht seine letzten Lebensjahre verbrachte. Doch in Hoyerswerda hatte Zuse für sein Abitur gebüffelt, was den Menschen der Stadt Grund genug war, ihm dieses Museum zu widmen. Wer es im Rahmen einer Schulfahrt oder einer Studienreise besucht, wird begeistert sein von dieser ungewöhnlichen Zeitreise durch die Welt der Technik und der Kunst.

Ein erster Automat mit exotischen Früchten

Konrad Zuse besuchte in Hoyerswerda im Jahr 1923 das damalige Reform-Realgymnasium, das sich später in "Lessing-Gymnasium" umbenannte. Der jugendliche Tüftler war davon besessen, seine Erfindungen auf den Markt zu bringen. So gelang es ihm mit vierzehn Jahren, "Zuses Mandarinen-Automat" zu entwickeln. Dabei handelte es sich um ein Gerät, das in der Lage war, exotische Früchte nach einem Münzeinwurf auszuschütten. Das Wechselgeld wurde ebenfalls automatisch geliefert. Vier Jahre später baute Konrad Zuse mit seinem Metallbaukasten einen Verladekran für Kohle und bekam dafür sogar eine Ehrenurkunde durch die Firma Stabil. Nachdem der junge Mann sein Abitur in der Tasche hatte und sich nach einer längeren Studienzeit als diplomierter Ingenieur bei den Henschel-Flugzeugwerken in Berlin-Schönefeld bewerben konnte, widmete er sich in der elterlichen Wohnung der Konstruktion einer programmierbaren Rechenmaschine. Er nannte sie "Z1" und wollte damit offenbar der Welt verkünden, dass "Zuse 1" erst der Anfang seiner Erfindungen sein werde.

"Nutzen Sie meinen Namen schamlos aus ..."

Nach dem Zweiten Weltkrieg und seiner Hochzeit mit Gisela Brandes, die dem Erfinder fünf Kinder schenken sollte, arbeitete Zuse zunächst in der DDR, ehe ihm mit seiner Familie die Flucht ins Allgäu gelang. Auf der Basis seines zuletzt entwickelten Rechners, den er "Z4" nannte, gründete Konrad Zuse ein Computer-Unternehmen. Für ihn waren diese Geräte so etwas wie "Mechanische Gehirne". Sein ruheloser, kreativer Geist ermöglichte ihm die Entwicklung von mehr als 250 Rechenmaschinen. Wer heute als Teilnehmer einer Klassenfahrt oder Studienreise das ZCOM-Zuse-Computer-Museum in Hoyerswerda besucht, der begibt sich auf eine faszinierende Reise durch die Zeit. Und die meisten bleiben staunend stehen vor den riesigen ersten Computern, die in diesem Museum gezeigt werden. In Hoyerswerda hatte sich in den frühen Neunzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts ein Verein gegründet, der den Aufbau dieses Museums für Technik und Kunst betrieb. Konrad Zuse begleitete dort dessen ersten Schritte, und bei der Eröffnung "seines" Museums sagte er zu den Initiatoren: "Nutzen Sie meinen Namen schamlos aus ..."

Vom Großrechner zu Spielekonsolen und Laptops

Bei einem Gang durch das ZCOM werden die Besucher einer Klassenfahrt oder einer Schulfahrt bereits im Erdgeschoss dieses elfstöckigen Plattenbaus mit dem Erbe des "Vaters der Computer" konfrontiert. Alle Räume des Museums wurden ganz bewusst im Industriestil gestaltet, und die Geschichte des Computers wird auf einer Fläche von rund tausend Quadratmetern eindrucksvoll dargestellt. Die Skala der teils historischen Exponate reicht von einer Sammlung der Großrechner bis hin zu Spielkonsolen und heimischen Laptops. Für die Besucher ist dies eine Reise durch die Zeit bis hin zur digitalisierten Welt von heute. Da Zuse im hohen Alter - er starb im Dezember 1995 - seine Sympathien für gezeichnete Kunstwerke entwickelte - werden auch diese Sammlungen im Museum in Hoyerswerda ausgestellt. Die Mixtura aus Technik, Gesellschaft und Kunst brachte dem ZCOM im Jahr 2017 den Sächsischen Museumspreis ein.
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