Rubenshaus Antwerpen



Das Rubenshaus ist die ehemalige Wohn- und Arbeitsstätte des bedeutenden Malers Peter Paul Rubens in der damaligen Metropole Antwerpen, der zwar im deutschen Siegen geboren wurde, aber von 1587 bis zu seinem Tod im Jahr 1640 in der belgischen Stadt lebte und hier zu einem der bekanntesten und wichtigsten Maler des flämischen Barock wurde. Das Haus befindet sich in der Nähe des Bahnofs von Antwerpen und ist heute ein Museum für das Leben und Schaffen von Rubens und einigen seiner Zeitgenossen.

Zur Historie


Im Jahr 1610, nach seiner Heirat mit Isabella Brant, erwarb Rubens für seine Familie an der damaligen Vaartstrat, heute heißt sie Wapper, ein Haus und ließ es umbauen. Die Baupläne für den Umbau hat er selbst gezeichnet. Im Stil orientiert sich das Haus an den italienischen Stadtpalästen, die er während seines langen Italienaufenthalts - von 1600 bis 1608 - kennengelernt hat. Das Haus besteht aus dem eigentlichen Wohnhaus und einem anschließenden Atelier mit einem Innenhof, zu dem eine große Einfahrt führt. Auch einen Garten im flämisch-italienischen Renaissancestil ließ Rubens anlegen.
Neben dem Wohnhaus wurde eine große Werkstatt gebaut, in der Rubens' Lehrlinge arbeiteten. In dieser Werkstatt entstanden im Laufe der Zeit mehr als 2.500 Kunstwerke - Tafel- und Leinwandgemälde für Kunden in England, Spanien, Frankreich, Bayern und anderswo. Rubens überwachte diese regelrechte Massenproduktion, immerhin die größte Europas, und sein Name bürgte für die handwerkliche und künstlerische Qualität der hier geschaffenen Arbeiten.

In der oberen Etage der Werkstatt befand sich das kleine Atelier des Meisters persönlich. Hier schuf er vor allem Zeichnungen, kleine Gemälde und Portraits.

im Jahr 1640 verstarb Peter Paul Rubens in seinem Haus; er hatte lange an der Gicht gelitten. Sein Grab befindet sich ganz in der Nähe des Hauses, in der Jakobikirche. Das Grab wurde von Rubens' Freund und Mitarbeiter Johann Bockhorst entworfen.

Nach Ruben' Tod vermietete seine zweite Frau Helena Fourment - Isabella war bereits 1626 verstorben - die Wohnung des Hauses an den englischen Politiker William Cavendish, den ersten Duke of Newcastle. Cavendish hatte wegen des englischen Bürgerkrieges im Jahr 1644 seine Heimat verlassen und war verarmt auf den Kontinent gezogen. Er lebte mit seiner Frau Margaret, die selbst eine bekannte Schriftstellerin, Wissenschaftlerin und Philosophin war, von 1648 bis 1660 im Rubenshaus. Nachdem Cavendish nach England zurückgekehrt war, wurde das Haus durch Rubens' Erben verkauft.

Das Museum


Dass Rubens mehr war als nur einer unter den so vielen flämischen Malern seiner Zeit, wurde in seiner Stadt, Antwerpen, erst lange nach seinem Tod, im neunzehnten Jahrhundert, allmählich anerkannt. Nun aber begann man, ihm öffentliche Ehrungen zukommen zu lassen. So wurde im Jahr 1843 ein Standbild errichtet und anlässlich von Rubens' 300. Geburtstag 1877 gab es öffentliche Feiern. Im Jahr 1910 wurde auf der Weltausstellung in Brüssel sogar ein Nachbau seines Hauses präsentiert. Sein echtes, altes Haus aber wurde nicht weiter beachtet und befand sich in privatem Besitz. Immerhin aber entstand aus der Brüsseler Ausstellung die Idee, das echte Haus zu bewahren. Erst fast 300 Jahre nach Rubens' Tod aber wurde die Stadt Antwerpen endlich auf das Haus aufmerksam und kaufte es 1937 seinen damaligen Eigentümern ab. Es begannen Restaurierungsarbeiten, die durch den zweiten Weltkrieg und die Besetzung Belgiens durch Deutschland unterbrochen wurden. Im Jahr 1946 wurde das Rubenshaus schließlich als Museum eröffnet.

Heute können Besucher des Hauses in den Sälen, Zimmern und Fluren nicht nur auf den Spuren des Malers wandeln, sondern auch etliche von Rubens' bedeutenden Werken bewundern. Im großen Atelier zum Beispiel befindet sich sein Gemälde "Adam und Eva im Paradies", eines seiner frühen Werke. In der ehemaligen Speisekammer des Hauses kann man sein bekanntestes Selbstbildnis betrachten, das er im Alter von etwa 50 Jahren gemalt hat.

Insgesamt präsentiert die Dauerausstellung des Museums eine Vielzahl von Werken von Rubens selbst, aber auch von Schülern, Kollegen und anderen Zeitgenossen. Außerdem werden Leihgaben anderer internationaler Museen und privater Besitzer ausgestellt.
Neben dem genannten Selbtportrait und "Adam und Eva" finden sich in der Dauerausstellung etwa die "Verkündigung" oder die Darstellung von Heinrich IV. in der Schlacht bei Ivry vom Meister selbst, aber auch etwa der "trinkende Bauer" von Adriaen Brouwer.

Teil der Ausstellung ist auch eine Sammlung von Kunst- und Gebrauchsgegenständen aus Rubens' Zeit. Diese Gegenstände mögen nicht Rubens selbst gehört haben - eine Liste seines Nachlasses ist nicht erhalten - , aber sie sind sicher repräsentativ für sein wohlhabendes Leben und die damalige Zeit,

Der Garten des Hauses wurde vor allem in den Jahren 1993 und 2001 neu gestaltet. Diese Arbeiten mussten sehr vorsichtig unternommen werden, da sein ursprüngliches Aussehen natürlich nicht bekannt war. Das Ergebnis der Umgestaltung wurde allerdings vom Europarat prämiert, und der Garten ist seitdem Mitglied im European Garden Heritage Network, das das Ziel hat, alte Gärten, Parks und Grünanlagen zu erhalten und zu fördern.

Im Garten befindet sich auch das sogenannte Rubinarium, ein Institut zur Erforschung der flämischen Kunst im allgemeinen und Rubens' im besonderen.
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