Denkmal für die ermordeten Juden Europas/Holocaust-Mahnmal in Berlin


Für die Teilnehmer einer Studienreise oder Klassenfahrt nach Berlin ist dies die wohl eindrucksvollste Sehenswürdigkeit der deutschen Hauptstadt. Das Holocaust-Mahnmal in Sichtweite des Brandenburger Tores wurde errichtet in Erinnerung und in Gedenken an die schätzungsweise sechs Millionen jüdischen Opfer des nationalsozialistischen Grauens. Nach langwierigen Planungen entstand ein Feld aus Stelen und eine sehenswerte Ausstellung. Diesen Ort des Nachdenkens sollten alle aufsuchen, die sich die Stadt an der Spree als Ziel ihrer Schulfahrt gewählt haben, denn hier verbeugt sich die Nation der Deutschen vor dem tiefsten Fall ihrer Geschichte. Das faszinierende und ungewöhnliche Denkmal ist Botschaft und Mahnung zugleich. Es umfasst eine Fläche von 19.000 Quadratmetern und wird von der Behrenstraße, der Cora-Berliner-Straße, der Hannah-Arendt-Straße und der Ebertstraße begrenzt.

Das Denkmal auf dem Gelände der "Ministergärten"

Vor dem Zweiten Weltkrieg war dieses Berliner Terrain den sogenannten Ministergärten vorbehalten. Hier befand sich einst das "Adelspalais", in dem später Ministerien Preußens, des Kaiserreichs, der Weimarer Republik und des "Dritten Reichs" untergebracht waren. Auf dem Gelände des heutigen Denkmals für die ermordeten Juden Europas stand auch die Stadtvilla des Hitler-Vertrauten Joseph Goebbels sowie der "Führer-Bunker". Der wurde bei den Bauarbeiten für das Holocaust-Mahnmal freigelegt und später mit dem Erdreich versiegelt. Die Gedenkstätte für die Gräueltaten der Nationalsozialisten befindet sich also auf einem geschichtsträchtigen Boden und verfügt auch deshalb über eine starke Symbolkraft. Zu den Initiatoren dieser Stätte gehörte noch vor der Wiedervereinigung Deutschlands in den späten Achtzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts die bekannte Publizistin Lea Rosh.

Ein Gefühl der Unsicherheit und Verlorenheit

Nach intensiven und häufig kontrovers geführten Debatten übertrug die Bundesrepublik Deutschland per Gesetz am 17. März 2000 einer Stiftung den Bau und die Unterhaltung des Denkmals für die ermordeten Juden Europas. Etwas mehr als fünf Jahre später fand die feierliche Eröffnung in Anwesenheit des Bundespräsidenten Horst Köhler und zahlreicher Vertreter der jüdischen Gemeinde und der deutschen Konfessionen statt. Der Bau des Denkmals kostete rund 27,6 Millionen Euro, die aus Mitteln des Bundeshaushalts aufgebracht wurden. Davon entfielen allein 14,8 Millionen Euro für das Feld der 2.700 Stelen. Diese wurden wellenförmig angeordnet und befinden sich auf einen unebenen Grund. Der gesamte Bereich ist für Besucher im Rahmen einer Klassenfahrt oder einer Studienreise begehbar. Dabei wird so mancher von einem Gefühl der Unsicherheit und Verlorenheit heimgesucht. Auch das lag der Idee zugrunde, als sich die Planer für ein derart ungewöhnliches Mahnmal im Herzen der deutschen Hauptstadt entschieden.

Die Suche nach Namen im "Ort der Information"

Millionen Juden wurden in der Zeit des Nationalsozialismus auf deutschem Boden die angestammte Heimat entrissen. Vielen Opfern dann sogar eine Begräbnisstätte verwehrt. Sie wurden verbrannt oder namenlos verscharrt. Ihnen allen - aber auch den verfolgten Homosexuellen sowie den ermordeten Sinti und Roma - wurde diese Gedenkstätte an der Spree gewidmet. Ergänzt wurde das Feld der vielen Stelen durch eine Dauerausstellung am "Ort der Information", die Mitglieder einer Schulfahrt auf alle Fälle aufsuchen sollten. Deren Themenräume werden fortlaufend vervollständigt. Der "Raum der Namen" hat die Aufgabe, möglichst viele Biografien über die drei Millionen bekannten Namen der Opfer zu erstellen. Die Arbeit der Stiftung wird ausschließlich durch Spenden finanziert. Dass sich im Feld der Stelen mit jedem Schritt das Klangerlebnis verändert, erfuhren die Zuhörer eines eindrucksvollen Konzerts am 9. Mai 2008. Uraufgeführt wurde an diesem Tag das Werk "Vor dem Verstummen" von Harald Weiss durch das Kammer-Symphonieorchester Berlin. Das Holocaust-Denkmal in Berlin blieb seither vom Vandalismus nicht verschont. So wurden am 23. August 2008 mehrere Säulen mit Hakenkreuzen beschmiert. Die zwei Meter hohen Stelen sind im Übrigen nicht massiv, sondern hohl, um das Gewicht gering zu halten. Ihre Wandstärke beträgt lediglich rund 15 Zentimeter.
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