Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

Geschichte hautnah erleben

Während einer Klassenfahrt oder einer Studienreise in die deutsche Hauptstadt findet im Allgemeinen auch eine Auseinandersetzung mit der DDR-Vergangenheit statt und die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen eignet sich als Anlaufpunkt und Informationsquelle für eine entsprechende Diskussion sehr gut.

Politische Haftanstalt

Auf dem ehemaligen Gelände einer Maschinenfabrik im Bezirk Lichtenberg entstand sofort nach dem Krieg im Mai 1945 zunächst ein Gefängnis der sowjetischen Besatzungsmacht, in welchem unter anderem Nationalsozialisten und Anti-Kommunisten inhaftiert wurden. Später richtete die DDR-Regierung hier ein Untersuchungsgefängnis der Staatssicherheit ein. In Berlin-Hohenschönhausen saßen fast ausschließlich politische Gefangene ein. Darunter befanden sich fast alle DDR-Oppositionelle und auch zahlreiche Prominente, die auf ihre Verurteilung wegen „staatsfeindlicher Hetze“ warteten. Insgesamt waren hier vermutlich weit mehr als 10.000 Häftlinge untergebracht, die durch physische und psychische Folter zu „Geständnissen“ gebracht wurden. Viele von ihnen hatten sich des „Verbrechens“ schuldig gemacht, den SED-Staat verlassen zu wollen und einen Ausreiseantrag gestellt. Zu DDR-Zeiten war das Stasi-Gefängnis auf keinem ostdeutschen Stadtplan verzeichnet. Es wurde am 3. Oktober 1990, dem Tag der deutschen Wiedervereinigung, geschlossen und steht seit 1992 unter Denkmalschutz. Zwei Jahre später fand die Eröffnungsfeier der Gedenkstätte statt, die seitdem jährlich von rund 444.000 Menschen besucht wird. Viele von ihnen kommen im Rahmen einer Schulfahrt, denn sowohl die Dauerausstellung namens „Inhaftiert in Hohenschönhausen – Zeugnisse politischer Verfolgung 1945 bis 1989“ als auch die regelmäßig wechselnden Sonderausstellungen sind für Schüler und Schülerinnen ideal geeignet.

Der Originalschauplatz

Die gesamte Anlage und auch die Inneneinrichtung des ehemaligen Stasi-Gefängnisses sind bis heute weitgehend in ihrem Originalzustand und vermitteln den Teilnehmern einer Studienreise ein extrem authentisches Bild der Situation, die die Gefangenen damals aushalten mussten. Kein noch so gutes Geschichtslehrbuch kann die Verhältnisse, die damals herrschten, so eindrucksvoll beschreiben wie ein Besuch am Originalschauplatz.

Hoher Informationsgehalt

Wenn SchülerInnen einer Klassenfahrt die Gedenkstätte betreten, wird ihnen in der Regel zunächst ein rund dreißigminütiger Dokumentarfilm gezeigt, der sie über die systematische Bespitzelung und Verfolgung politisch Andersdenkender in der DDR aufklärt. Zur Dauerausstellung gehören zeitgenössische Fotos, Publikationen und Objekte, die an 100 Medienstationen zu sehen sind. Die Besucher können außerdem an Rundgängen teilnehmen, die von Zeitzeugen, ehemaligen Häftlingen und HistorikerInnen geführt werden. Dabei werden die Gruppen durch sämtliche Abteilungen, wie zum Beispiel auf die Krankenstation und in das Kellergeschoss, welches allgemein als „U-Boot“ bezeichnet wurde, geleitet. Wer sich die Räume lieber auf eigene Faust ansehen möchte, kann sich kostenlos einen Audio-Guide ausleihen und so den umfassenden und interessanten Erklärungen lauschen.

Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen eignet sich speziell für SchülerInnen höherer Jahrgänge unbedingt als Programmpunkt während einer Schulfahrt, denn hier gibt es tatsächlich jüngere deutsche Geschichte zum Anfassen.
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