Schulmuseum Reckahn

Kultur- und Bildungsgeschichte in Preußen und Deutschland

Ein großer Meilenstein auf dem Weg in eine moderne Bildungspolitik findet sich südlich des bezaubernden Plauer Sees, nahe Brandenburg an der Havel. Es war der aufgeklärte Gutsherr Friedrich Eberhard von Rochow (1734-1805), dem die Einrichtung einer Schule mit mehr als einer Klasse zu verdanken ist. Rochow ist damit der erste preußische Schulpädagoge, der den Einheitsunterricht durchbricht und eine stufenweise schulische Bildungsförderung ermöglicht. Am 2. Januar 1773 fand der erste Unterricht in zwei Klassen statt, damals noch in einem Wohnraum innerhalb des Gutsgebäudes. Fast zeitgleich begann der Bau eines eigenen Schulhauses, in dem ab 1774 der Unterricht abgehalten wurde. Genau diese Schule wird zum Vorbild für alle preußischen Landschulen. Diese Schule beeindruckt seinerzeit dermaßen, dass dieses Schulsystem auch außerhalb der Landesgrenzen aufgenommen und adaptiert wird. Allerdings sollte es bis zum 26. Februar 1992 dauern, bis aus dieser preußischen Landschule mit Vorbildfunktion ein Schulmuseum wurde – übrigens das einzige seiner Art im Bundesland Brandenburg. Diesem Ereignis waren zahlreiche Begebenheiten vorausgegangen. Dazu gehörte, dass zum 250. Geburtstag von Friedrich Eberhard von Rochow im 1984 sein Lebenswerk gewürdigt wurde. Im Rahmen eines Festakts wurde in den Räumen des Schlosses Reckahn die Friedrich Eberhard von Rochow-Ausstellung eröffnet. Dies wurde möglich, weil sich eine bis in die Gegenwart andauernde Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Potsdam etabliert hatte. Eine Grundrenovierung des Schulgebäudes erfolgte 2016. Seit 2020 ist eine Museumspädagogin beschäftigt, die insbesondere den Besuch von Schulklassen besonders attraktiv und unvergesslich gestaltet.

Zeitreise 250 Jahre zurück in die schulische Zukunft Preußens

Im Schulmuseum wird das Wirken des ersten Schulmeisters Heinrich Julius Bruns (1746-1794) gewürdigt, der maßgeblich den Stil und die Unterrichtsform in der Landschule Reckahn geprägt hat. Ein weiteres Thema ist die Schulentwicklung in der Region. Wie bereits unter Bruns und von Rochow, so gilt bis in die Gegenwart der praktische Unterricht als höchst effiziente Lehrmethode. Schulklassen und Besuchergruppen haben die einzigartige Möglichkeit, an echten historischen Schreibpulten eine Unterrichtsstunde zu erleben, wie sie Ende des 18. Jahrhunderts abgehalten wurde. Dazu werden vom Museum Schulmaterialien bereitgestellt, die allerdings um 1915 produziert wurden. Aber auch damit können große und kleine Schüler das Schönschreiben üben oder die Multiplikationstabelle erkunden. Darüber hinaus werden ständig wechselnde Projekte angeboten, an denen einzelne Museumsbesucher, aber auch Gruppen teilnehmen können.

Schulmuseum Reckahn: Attraktives Ausflugsziel in Brandenburg

Bis 1946 wurde im Schulgebäude auf dem Gut Rochow tatsächlich unterrichtet. Danach erfolgte der Umzug ins Gutshaus, wo anfangs eine Zentralschule, später die Grundschule eingerichtet waren. Erst 1996 wurde der Unterricht eingestellt. Dank der Kooperation mit der Universität Potsdam ist das Schulmuseum Reckahn eine der attraktivsten musealen Ausstellungen zum Thema Bildung in Brandenburg. Hier ist Schulgeschichte nachvollziehbar und es wird anschaulich gezeigt, wie sich aus dem Einklassensystem das moderne Unterrichtssystem mit zahlreichen Einzelfächern entwickelte. Dabei werden auch Punkte wie die Unterrichtsgestaltung, die Ausbildung von Lehrern und die Schulpädagogik angesprochen. Dazu stehen Vergleichsprojekte via Ton und Video bereit, sodass sich Unterrichte aus dem 18. Jahrhundert mit denen aus dem 21. Jahrhundert vergleichen lassen.

Zudem ist bei diesem Museumsbesuch eine Besichtigung des Schlosses möglich, zu dem eine Barockkirche von 1741 gehört. Darüber hinaus lässt sich der Besuch im Schulmuseum Reckahn gut mit einem Naturerlebnis kombinieren. Kaum 10 km entfernt ist der Vogelbeobachtungsturm Rietz am Rietzer See der ideale Platz, um zahlreiche Wasservogelarten bei den Paarungsritualen und der Aufzucht der Jungtiere zu beobachten.

Angaben des Inhabers:

Adresse:

Reckahner Dorfstr. 23
14797 Kloster Lehnin
OT Reckahn
zur Karte…

Öffnungszeiten:

Di-Fr 9-16 Uhr
Sa-So 10-17 Uhr (März u.Nov.10-16 Uhr)
Mo geschlossen, außer an Feiertagen

Mitte Dezember bis Ende Februar Winterschließzeit, Gruppenbesuche auf Anfrage möglich

Preise:

Schulklassen
2,50 Euro p.P. (Eintritt inkl. Historischer Schulstunde und/oder Führung)

3,00 Euro p.P. für zusätzliches museumspädagogisches Angebot

Bitte beachten Sie die Übernachtungsmöglichkeit in unserem Gästehaus (www.gaestehaus-reckahn.de)
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