KZ-Gedenkstätte Husum-Schwesing – Haus der Erinnerung und Gegenwart

Das Konzentrationslager Husum-Schwesing wurde im September 1944 als Außenlager des KZ Neuengamme errichtet. Als Arbeitslager geplant, wurden die Häftlinge vor allem für den Bau des sogenannten Friesenwalls, einer militärischen Befestigungsanlage an der Nordseeküste, eingesetzt. Unter unmenschlichen Bedingungen mussten rund 2.500 Männer aus vom faschistischen Deutschland besetzten europäischen Ländern Zwangsarbeit leisten. Viele von ihnen starben an Unterernährung, Krankheit und Misshandlungen. Die Toten wurden in Massengräbern auf dem Ostfriedhof in Husum begraben. Bereits im Dezember 1944 wurde das Lager geräumt, und die Häftlinge wurden zurück in das KZ Neuengamme gebracht.
Heute erinnert die KZ-Gedenkstätte Husum-Schwesing an das Leiden und Sterben der Häftlinge. Auf dem Gelände des ehemaligen Lagers wurde eine eindrucksvolle Gedenkstätte eingerichtet, die Besucher über die Geschichte des Ortes informiert und an die Opfer erinnert. Ein Informationspfad führt durch das Gelände. Es sind nur wenige bauliche Überreste erhalten, unter anderem der Sockel der ehemaligen Küchenbaracke, Fundamentreste und ein Hydrant. Darüber hinaus gibt es künstlerische Installationen (Mahnmal, Stelenfeld) und eine Ausstellung, die tiefergehende Einblicke in die Lebensbedingungen und das Schicksal der Häftlinge gewährt. An alle namentlich bekannten Toten des Konzentrationslagers wird auf den Namenstafeln erinnert.
Besucher*innen können die Gedenkstätte eigenständig mit einem Audioguide erkunden, der in sechs Sprachen detaillierte Informationen zu den verschiedenen Stationen bietet. Zusätzlich finden jeden Sonntag von April bis November sowie auf Anfrage Führungen durch ehrenamtliche Guides statt, die persönliche Einblicke und weiterführende Erklärungen zur Geschichte des Lagers geben. Für Gruppen werden individuelle pädagogischen Angebote entworfen, die sich an den Bedürfnissen der jeweiligen Gruppen orientieren.
Die Gedenkstätte ist ein Ort des Erinnerns und Lernens und mahnt uns, die Verbrechen der Vergangenheit niemals zu vergessen. Träger ist der Kreis Nordfriesland.
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