Beispielbild © unsplash.com
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Deutsches Apotheken-Museum in Heidelberg

Das Deutsche Apotheken-Museum im Heidelberger Schloss ist eines der bedeutendsten der Welt und ermöglicht eine Besichtigung, die sich wunderbar mit dem Schlossbesuch verbinden lässt. Jedes Jahr kommen zahlreiche Besucher, um sich die umfangreiche Ausstellung anzusehen, die in den Exponaten bis zurück in die Antike reicht und so ziemlich alles zur Geschichte der Pharmazie bereithält, was Sie sich vorstellen können. Die spannende Sammlung führt durch Themen wie Naturheilkunde, exotische Drogen, Alchemie und Giftkunde, zeigt einen einzigartigen Bestand historischer Apotheken und erlaubt Ihnen auch den Besuch eines eigenen Heil- und Kräutergartens, der nach dem Katalog des kurfürstlichen Apothekers Philipp S. Sprenger angelegt wurde.

Ein paar Details zur Geschichte des Museums

Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts begannen Apotheker und Privatpersonen, verschiedene Objekte zusammenzutragen, die von alten Arzneibüchern, Gefäßen, Waagen und Einrichtungsgegenständen bis zu historischen medizinischen Geräten reichten. Mit der größten privaten Sammlung Deutschlands, die dem Apotheker Walter Heinrici gehörte, wurde 1937 die gleichnamige Stiftung gegründet und schließlich das Deutsche Apotheken Museum in München eröffnet. Durch weitere großzügige Schenkungen und Spenden erweiterte sich die Sammlung und war schon damals beachtlich. Als der Zweite Weltkrieg tobte, gelang es zum Glück, die Bestände zu sichern und in Bamberg auszulagern, während das Museumsgebäude selbst fast vollständig zerstört wurde. Die Neueröffnung in Heidelberg, wo das Museum zunächst im Renaissance-Flügel des Schlosses seinen Platz fand und später um den Ludwigsbau und den Apothekerturm erweitert wurde, führte zu der weltweit umfangreichsten Sammlung der Pharmaziegeschichte.

Zeitreise in die Vergangenheit: Die Offizinen und das historische Laboratorium

Neben dem Blick auf die zahlreichen Ausstellungsstücke können Sie sieben vollständig eingerichtete Apotheken besichtigen, ebenso ein historisches Laboratorium, das sich im Untergeschoss des Apothekerturms befindet. Letzteres bildet ein unvergessliches Erlebnis am Ende der Führung, schon aufgrund des kuppelüberwölbten Raumes mit seinem runden Grundriss. Dort sehen Sie Destillieröfen, Kolben, Gefäße, Retorten und viele Gerätschaften, die der Arzneimittelzubereitung dienten. So vermittelt das Laboratorium hervorragend den Übergang von der einstigen Alchemie zur Pharmazie.

Die Offizinen und Kräuterkammern sind ein weiterer Höhepunkt und zeigen die vollständige Einrichtung von Apotheken in den verschiedenen Epochen. Es gibt original übernommene und aufwendig rekonstruierte Einrichtungen, die von der Renaissance- und Barockzeit mit prächtigen bemalten Schränken und Regalen über eine Klosterapotheke und Biedermeier-Offizin bis zu einer Version aus den 30er Jahren reicht. Die hochwertigen Materialien, die lateinischen Beschriftungen, die alten Waagen, Mörser und handgeschnitzten Statuen sind ein faszinierender Anblick.

Die Museumssammlung und ihre einzigartigen Ausstellungsstücke

Der spannende Rundgang offenbart einzigartige Exponate und auch so manche Kuriosität. Gerade im Mittelalter waren viele Marktschreier und Quacksalber unterwegs, die Heilmittel gegen alles verkauften. Im 16. Jahrhundert war etwa ein Allheilmittel beliebt, das aus einer pulverisierten Mumie gemacht wurde. Skurril sind auch das Einhornpulver, das Stärkungsmittel, Gegengift und Aphrodisiakum in einem war, oder die Schlangenhaut gegen Gift und Hautkrankheiten. Das Museum zeigt rund tausend historische und perfekt illustrierte Arzneien, darunter auch solche, die für makabre Praktiken verwendet wurden, wie die bekannte Alraune, eine Wurzel, die wie ein menschlicher Körper aussieht, oder das Universalgegenmittel Theriak, das über 200 Zutaten enthält und als Hexentrank in der Barockzeit zum Einsatz kam.

Ferner treffen Sie auf seltene und exotische Drogen, die im Mittelalter verwendeten Bezoarsteine, die als Gegenmittel gegen Gift ins Glas getan wurden, und getrocknete Kröten, die gegen Lungenleiden helfen sollten. Das Deutsche Apotheken Museum Heidelberg bietet Ihnen neben der Dauerausstellung auch immer spezifische Events. Eine Führung dauert zwischen 60 und 90 Minuten und ist auch für Gruppen ab 10 Personen geboten. Zu den unterhaltsamen Rundgängen gehören „Alraune und Einhorn“, mit dem Fokus auf die Kuriositäten, „Pesthauch und Himmelsduft“ über die Heilkunde in Zeiten der Pest, oder „Mord aus zarter Hand“ als spannende Geschichte der historischen Giftmorde.

Kinderapotheke

Im Deutschen Apotheken-Museum Heidelberg bietet die sogenannte Kinderapotheke einen besonders anschaulichen Bereich für Klassenfahrten und Studienreisen. Der thematisch gestaltete Raum orientiert sich an einer historischen Offizin und wurde detailgetreu nachgebildet. Die korallenrote Einrichtung mit Rezepturtisch, Schubladenschrank und Regalaufsatz vermittelt einen lebendigen Eindruck traditioneller Apothekenarbeit.

Alle Elemente sind bewusst zugänglich gestaltet, sodass Schülerinnen und Schüler eigenständig entdecken können. In typischen Apothekengefäßen befinden sich verschiedene pflanzliche Zutaten, die betrachtet und teilweise auch gerochen werden dürfen. So lassen sich getrocknete Pflanzenbestandteile wie Hagebuttenschalen oder Süßholz aus nächster Nähe kennenlernen. Diese sinnliche Erfahrung spricht nicht nur Kinder an, sondern regt auch ältere Besucher zum Austausch an.

Mitmachstationen & Lernangebote
Ein besonderer Schwerpunkt der Dauerausstellung liegt auf Mitmachstationen. Zahlreiche Schubladen enthalten Informationen zu Heil- und Giftpflanzen, historischen Entdeckungen von Apothekern sowie kleine Rätselaufgaben. Ein Pflanzenpuzzle lädt dazu ein, botanisches Wissen spielerisch zu vertiefen.

Eine separate Station widmet sich der Frage, welche Rolle Fabeltiere in der Medizingeschichte spielten. Hier wird anschaulich erläutert, wie sich Mythen und Heilkunst im Laufe der Zeit begegnet sind.

Geschichte der Medizin anschaulich vermittelt
In einer kindgerecht gestalteten Vitrine finden sich unter anderem ein Playmobil-Apotheker sowie historische Darstellungen, etwa in Form eines Räuchermännchens. Das Thema Räuchern als traditionelle Heilmethode wird hier ebenso aufgegriffen wie der Wandel medizinischer Vorstellungen. Ergänzt wird der Bereich durch eine ausgestattete Puppenapotheke und Spielzeug rund um Krankheit und Heilung.

Am Rezepturtisch können Besucher mit einer Spielzeugwaage selbst aktiv werden und den Arbeitsalltag einer Apotheke nachempfinden.

Dauerhafte Bildungsstation mit Entwicklungspotenzial
Die neu gestaltete Kinderapotheke wurde 2024 umfassend modernisiert und stellt nun eine langfristige Dauerausstellung im Apotheken-Museum Heidelberg dar. In der Vergangenheit wurden ergänzend auch thematische Sonderbereiche integriert, die aktuelle medizinische Fragestellungen oder historische Entwicklungen beleuchteten.

Für Schulklassen bietet dieser Bereich eine praxisnahe Ergänzung zum Unterricht in Biologie, Geschichte oder Chemie. Die Kombination aus historischen Exponaten, interaktiven Elementen und anschaulicher Wissensvermittlung macht die Kinderapotheke zu einem nachhaltigen Lernort im Rahmen von Bildungsreisen nach Heidelberg. Community: 0 Bewertungen
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