Die Westerplatte in Polen


Die Westerplatte ist eine Halbinsel in der Nähe der polnischen Stadt Danzig, in der ca. 460.000 Einwohner leben. Die Halbinsel ist heute größtenteils bewaldet, sandig und ohne größere Erhebungen. Ursprünglich mündete der insgesamt 1.048 Kilometer lange Fluss Weichsel hier in die Ostsee. Der Fluss suchte sich im Jahr 1840 aber einen anderen Weg.
Im 19. Jahrhundert entdeckten die Menschen dieses Fleckchen Erde als Paradies für Schwimmer, sowohl in eigens dafür geschaffenen Freibädern wie auch im Meer. Aus diesem Grund entstand auf der Westerplatte um das Jahr 1830 herum ein Strandbad, dass sich bei der Bevölkerung größter Beliebtheit erfreute.

Militärische Nutzung


Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs veränderte sich viel auf der Westerplatte. Das war den umfangreichen politischen Änderungen zuzuschreiben, denn gemäß des Versailler Vertrags wurde Danzig zu einer freien Stadt erklärt, die weder dem Deutschen Reich noch Polen verpflichtet war. Gleichzeitig wollten die Polen aber einen Zugang zu mindestens einem Ostseehafen. So ergaben sich in den 20er- und 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts immer wieder unerfreuliche Ereignisse, die zu großen politischen Spannungen zwischen der freien Stadt Danzig und Polen führten. Ein Ergebnis dieser Entwicklung war die Erlaubnis zur Errichtung eines polnischen Munitionslagers im Jahr 1924. Aus dem Ostseebad wurde also ein Platz von militärischer Bedeutung. Entsprechend der Wichtigkeit, welche die Westerplatte für Polen hatte, wurde sie in der Folge auch militärisch befestigt. Ihre Bekanntheit erlangte die Halbinsel über Nacht: am 1. September 1939 um 4:45 Uhr eröffnete das deutsche Linienschiff "Schleswig-Holstein" das Feuer auf die Befestigungen an der Westerplatte und legte somit den Grundstein für die schrecklichste militärische Auseinandersetzung in der Menschheitsgeschichte: den 2. Weltkrieg. Der Widerstand der polnischen Besatzung zog sich fast eine Woche bis zum 7. September 1939 hin. Diese Verteidigung wurde nach dem Krieg für viele Polen zum Symbol des militärischen Widerstands gegen das Dritte Reich. Die Begebenheiten wurden im Verlauf der Jahre mehrfach verfilmt.

Ort der Erinnerung


Auch heute können Sie an diesem geschichtsträchtigen Ort noch den Spuren dieser dunklen Zeit nachgehen. Im Jahr 1966 wurde ein großes Denkmal zu Ehren der polnischen Verteidiger errichtet. 15 Soldaten sind auf polnischer Seite in diesen Tagen gefallen und ihnen zu Ehren ist ein weiteres Denkmal angelegt worden. Auch militärische Gebäude sind noch erhalten. So ist die "Kaserne", ein dreistöckiges, zerstörtes Gebäude, das aber durch bauliche Maßnahmen vor dem weiteren Zerfall gerettet worden ist, begehbar.

Bemerkenswert ist, dass der Begriff "Westerplatte" nach dem Krieg im Gegensatz zu den Namen vieler ehemals deutscher Städte im westlichen Polen nicht in die polnische Sprache übersetzt worden ist. Das mag mit der Bedeutung dieses geschichtsträchtigen Ortes zusammenhängen.
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