Bild von Erich Westendarp auf Pixabay
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Das Straßburger Münster

ein sichtbares Zeugnis bewegter europäischer Geschichte


Kaum ein Besucher, den sie nicht in ihren Bann zieht, ein steinernes Monument, das im Herzen der einst so bedeutenden Stadt Straßburg thront, und doch filigran und fast verspielt wirkt.
Die vormals Freie Reichsstadt Straßburg war schon im Mittelalter ein Zentrum der Wirtschaft und des Handels. In diese Zeit fällt auch der Bau des Münsters in seiner heutigen Form, der im Jahre 1176 begonnen wurde. An seiner Stelle standen bereits Vorgängerbauten aus karolingischer und romanischer Zeit.

Die Stadt selbst lag damals auf dem Gebiet des Hl. Römischen Reiches Deutscher Nation und ist daher stark geprägt von deutschen und französischen Einflüssen – wie ihre anmutige Kathedrale, die für Stolz und Wohlstand des Bürgertums stehen sollte. So zählen der badische Architekt Erwin von Steinbach, und der aus Württemberg stammende Ulrich Ensinger zu ihren angesehenen Baumeistern. Ulrich Ensinger wirkte während dieser Zeit auch am Bau des Ulmer Münsters, der Kirche mit dem höchsten Kirchturm der Welt (161 m). Gebaut wurde zunächst im etwas schlichteren Stil der Romanik. Das ab 1245 errichtete Kirchenschiff weist hingegen schon den – inzwischen in Mode gekommenen – Baustil der Gotik auf.

Gotisches Meisterwerk


Das Liebfrauen-Münster zählt heute zu den eindrucksvollsten Bauwerken der Gotik überhaupt. Nebenbei hält es den Rekord als größtes Sandsteingebäude auf Erden. Von der Mitte des 17. Jahrhunderts bis etwa 1875 war es das höchste im Mittelalter vollendete Gebäude der Menschheitsgeschichte. Dabei weist es eine Besonderheit auf: In den ursprünglichen Plänen waren zwei Türme vorgesehen, gebaut wurde aber nur einer – der Nordturm. Beeindruckend ist vor allem der facettenreiche, fast verschwenderische Fassadenschmuck an der Außenseite des Münsters.
Besonders das Hauptportal an der Westseite mit seinen üppigen Ornamenten und ausdrucksstarken Figuren übt auf den Betrachter eine außergewöhnliche Faszination aus.

Einen Besuch in diesem wunderschönen Bauwerk sollten Sie sich keinesfalls entgehen lassen, denn faszinierend ist das Straßburger Münster gleichfalls in seinem Inneren.
Schon seit Jahrhunderten wird die Lichtwirkung der farbigen Bleiglasfenster bestaunt, die vorwiegend aus dem 14. Jahrhundert stammen und größtenteils original erhalten sind. Spektakulär ist dabei die Fensterrosette des Eingangsportals, die eine Spannweite von fast 14 Metern aufweist. Bekanntheit erlangte die Kirche aufgrund ihres einzigartigen, 18 Meter hohen „Engelspfeilers“ im südlichen Querschiff. Benannt wurde er nach den Posaunen-Engeln auf seiner mittleren Etage. Er entstand etwa um 1230 und stellt das „Jüngste Gericht“ dar, das dereinst über die Menschheit Urteil sprechen soll.

Beeindruckendes Glockenspiel


Die monumentale Kathedrale als Ausdruck der Spiritualität ist aber auch für ein äußerst naturwissenschaftlich-mathematisches Kunstwerk berühmt: die astronomische Uhr von 1547 – direkt neben dem Engelspfeiler. Täglich um 12.30 Uhr bläst ein Engel den Mittagsschlag an und erweckt damit die Figuren des Glockenspiels zum Leben.
Das Wahrzeichen des Elsass macht sich durch sein wunderbares Geläut weithin bemerkbar. Im Laufe der Geschichte musste sich die ehrwürdige Kathedrale von vielen ihrer Glocken verabschieden – einige wurden abgehängt, andere zerstört. Heute zählt das Straßburger Münster wieder 16 Glocken zu seiner Ausstattung, die älteste davon aus dem Jahre 1427. Gegossen wurden die Glocken übrigens von Glockengießereien in Deutschland und Straßburg.

Tolle Aussichten


Überaus lohnenswert ist eine Besteigung der Aussichtsplattform in 66 Metern Höhe. Von hier aus haben Sie einen grandiosen Blick über die Stadt, das Elsass und die Vogesen. An schönen Tagen kann man das Straßburger Münster auch von deutscher Seite – nämlich vom Schwarzwald aus – in der Ferne sehen.
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