Der Papstpalast in Avignon - Foto: Marcel S. auf Pixabay
Der Papstpalast in Avignon - Foto: Marcel S. auf Pixabay

Der Papstpalast in Avignon


Vor fast 700 Jahren entstand dieser überwältigend große Palast, der zu den bedeutendsten gotischen Prachtbauten Europas zählt. Auf den ersten Blick gleicht der Palast eher einer mittelalterlichen Festung. Aber hinter den schroffen Mauern verbirgt sich ein schlossähnlicher Prachtbau mit einem aufwendig gestalteten und dekorierten Innenleben. Das weitläufige Bauwerk bietet eine Nutzfläche von rund 15.000 qm, das umbaute Volumen entspricht dem Umfang von vier riesigen Kathedralen.

So kam es zu Bau dieses eindrucksvollen Palastes


Die Geschichte der Päpste in Avignon begann im Jahr 1306. Der Erzbischof von Bordeaux wurde zum Papst Clemens V gewählt, wollte aber sein Amt nicht in Rom ausüben. Stattdessen wählte er drei Jahre nach seiner Wahl die überschaubare Provinzstadt Avignon als Amtssitz. Auch seine direkten Nachfolger zogen es vor, in Südfrankreich zu bleiben. Während Clemens V sich noch mit einem eher bescheidenen Domizil in einem Dominikaner-Kloster begnügte, hatte sein unmittelbarer Nachfolger Johannes XXII größere Ansprüche. Zunächst nutzte er die bischöfliche Residenz in Avignon, ließ diese aber später abreißen und begann 1335 an gleicher Stelle die ersten Abschnitte des großen Papstpalastes zu bauen. Seine Nachfolger vergrößerten nach und nach die prächtige Anlage und ihre Gärten. Gegen 1370 hatte der Palast seine endgültige Ausdehnung erreicht. Zwar ging der damalige Papst Gregor XI im Jahr 1376 wieder nach Rom zurück, aber die Geschichte des avignonesisches Papsttums war damit noch nicht zu Ende. Die Kirchenspaltung des Abendländischen Schisma, führte dazu, dass zwischen 1378 und 1422 weitere Päpste in Avignon residierten.

Ein Streifzug durch die Innenräume


Der Papstpalast teilt sich in den sogenannten Alten Palast, der in der Zeit zwischen 1334 und 1342 erbaut wurde und dem in den Folgejahren entstandenen neuen Palast. Der gesamte Komplex ist sehr verschachtelt angelegt und weist eine manchmal verwirrende, aber faszinierende Raumstruktur auf. Insgesamt sind 25 Säle für die Öffentlichkeit zugänglich und können besichtigt werden. Leider hat die Ausstattung vieler Räume unter den Auswirkungen der Französischen Revolution gelitten. Viele Teile der Einrichtung wurden zerstört, da der Palast ab 1810 für lange Zeit als Kaserne genutzt wurde. Der größte Saal liegt im Obergeschoss des alten Palastes. Er ist fast 50 m lang und diente als Speisesaal (Grand Tinel). Besonders eindrucksvoll ist das mächtige Deckengewölbe aus Holz. An der nördlichen Seite des Speisesaals ist der Eingang zur „Magna coquina“, einer gigantischen Küche mit einem Rauchfang, der 18 m hoch aufragt.
Unter kunstgeschichtlichen Aspekten ist das „Hirschzimmer“ besonders bemerkenswert. Es wurde 1343 prachtvoll ausgemalt und enthält - für diesen Ort und die Epoche sehr unüblich - ausschließlich weltliche Motive. Seinen Namen verdankt der Saal der Dekoration auf der Westseite, die sehr naturalistische Darstellungen einer Hirschjagd zeigt. Die sehenswertesten Räume des neuen Palastes sind die Magna Capella, die „Große Kapelle“ und die darunter liegende Audienzhalle. Diese „ Audientia nova“, ist ungewöhnlich niedrig und begeistert durch ein eindrucksvolles Fresko. Der Künstler Matteo Giovannetti gestaltete eine facettenreiche Komposition, dass den Propheten, den Königen und zahlreichen anderen historischen Gestalten des Alten Testaments gewidmet ist.

In dem historischen Gebäude finden regelmäßig bedeutende Kunstausstellungen statt und der weitläufige Innenhof des neuen Palastes ist besonders in den Sommermonaten eine beliebte Location für Konzerte und andere Kulturveranstaltungen.
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