Keramikherstellung in Delft/Südholland

Delfter Blau - eine Innovation des 17. Jahrhunderts


Alte gebrannte Teller mit dem typischen Delfter Motiv - Foto: Heinen Delfts BlauwBemalung des Porzellans in der Rohfassung für den späteren Brennvorgang - Foto: Heinen Delfts BlauwErster Brennvorgang - Foto: Heinen Delfts BlauwAußenansicht der Manufaktur - Foto: Heinen Delfts BlauwFertig gestellte Vasen - Foto: Heinen Delfts BlauwMalerin - Foto: Royal Delft ExperienceWillem von Oranjen - Foto: Royal Delft ExperienceSchauen Sie sich die fertige Keramikherstellung in den Vitrinen an - Foto: Royal Delft ExperienceMuster verschiedener Keramikerzeugnisse - Foto: Royal Delft Experience

Das idyllische Stadtbild der zauberhaften Stadt Delft hat seinen Ursprung im „Goldenen Zeitalter“ Hollands. Mutige Seefahrer aller Nationen hatten die Inselwelt Südostasiens entdeckt. Ihnen folgten holländische Kaufleute, die im Handel mit Gewürzen ihre große Chance sahen. In den frühen Jahren des 17. Jahrhunderts schlossen sich die bis dahin konkurrierenden Händler zusammen und gründeten die Niederländische Ostindien-Kompanie. Zwischen dem holländischen Mutterland und der indonesischen Hafenstadt Batavia, dem heutigen Jakarta, unterhielten die Segelschiffe der VOC, der Vereenigde Oostindische Compagnie, einen regelmäßigen Frachtverkehr. Sie brachten aber nicht nur die gewinnbringenden Gewürze nach Europa, sondern auch feines chinesisches Porzellan. In Holland gab zwar schon damals zahlreiche Keramik-Produzenten, die sogenannten „Tellerbäcker“, aber Porzellan konnten sie nicht herstellen. Ihnen fehlte der Rohstoff Kaolin, weiße Tonerde.

Den Keramik-Brennern aus Delft gelang es als Ersten, ein Verfahren zu entwickeln, das zu Produkten führte, die dem chinesischen Porzellan verblüffend ähnlich waren. Sie überzogen ihre Keramiken mit einer weißen Zinnlasur. Die undurchsichtige, makellos weiße Schicht wurde mit feinen Zeichnungen und Mustern dekoriert. Dabei beschränkte man sich nicht nur auf Nachbildungen der chinesischen Motive, sondern schuf eigene Muster, die von den großen heimischen Malern wie Jan Vermeer oder Pieter de Hooch inspiriert wurden. Das „holländische Porzellan“ war geboren, eine technische und künstlerische Meisterleistung, die heute als Delfter Blau in aller Welt bekannt und beliebt ist.

Auf den Spuren des Delfter Blau


Von den zahlreichen Herstellungsbetrieben des 17. Jahrhunderts ist noch einer bis heute erhalten geblieben - die königliche Delfter Fayence De Porceleyne Fles. In dem historischen Gebäude am Rotterdamseweg 196 erfand man im Jahr 1653 die Technik des Delfter Blau. Heute findet man hier die Royal Delft Experience, eine breit aufgestellte Ausstellung, die den Besuchern die Geheimnisse des „holländischen Porzellans“ nahe bringt. Der Rundgang beginnt mit einer ebenso eindrucksvollen wie informativen Darstellung der Geschichte des Delfter Blau. In der angeschlossen Fabrik kann man den vollständigen Produktionsprozess unmittelbar verfolgen. Besonders faszinierend sind die Techniken der Malerei, die sich kaum von den historischen Vorbildern unterscheiden.

Delft hat mehr zu bieten als nur Keramik


Delft ist eine der ältesten und am besten erhaltenen Städte der Niederlande. Überall im Stadtbild stößt man auf Spuren des Goldenen Zeitalters. Prachtvolle Gebäude und Patrizierhäuser im Stil der Brabanter Gotik und der Renaissance prägen die Straßen und Plätze. Die Stadt ist Heimat des berühmten Malers Jan Vermeer, der gemeinsam mit den ebenso bedeutenden Künstlern Carel Fabritius und Pieter de Hooch die „Delfter Malschule“ begründete. In der Nieuwe Kerk findet man das Grab von Wilhelm von Oranien. Er befreite die nördlichen Provinzen der Niederlande von der spanischen Besetzung. In der niederländischen Geschichte gilt er als „Vater des Vaterlandes“, der die Basis für einen Staat legte, der schon vor Hunderten von Jahren von Toleranz, Religions- und Meinungsfreiheit geprägt war.
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