Eine Festung hinter den Dünen - das Fort Kijkduin


Was hat Holland mit Napoleon gemein? Der Blick in die Geschichtsbücher verrät: Es gab viele Berührungspunkte zwischen der Familie des französischen Kaisers und dem Land der Tulpen. Ein gewisser Louis Napoleon Bonaparte, einer von vier Brüdern des von seinen Machtansprüchen besessenen Feldherrn, war zwischen 1806 und 1810 als "Lodewijk Napoleon" König von Holland. In seiner kurzen Regentschaft veränderte sich sein Königreich, weil er eine Rechtsreform auf den Weg brachte und unter anderem Initiator für den Bau des heutigen Amsterdamer Reichsmuseums war. Als Louis Napoleon Bonaparte auf Geheiß seines Bruders abdankte, entstand durch den Kaiser der Franzosen in den Dünen von Den Helder das Fort Kijkduin, das nunmehr ein Museum ist.

Eine uneinnehmbare Festung an der Küste


Englische und russische Truppen kreuzten im Jahr 1799 vor den Küsten Groote Keetens und Den Helders. Sie beabsichtigten, Napoleons Dominanz zu schmälern und die Niederlande von der Herrschaft der Franzosen zu befreien. Als sie sich zur Invasion entschlossen, blieb es beim Versuch. Napoleon hatte allerdings die strategische Bedeutung dieser nordholländischen Region erkannt. Wo heute die Fähren nach Texel ablegen, wurden die Schiffe der Niederländischen Ostindien Kompanie mit Frischwasser versorgt. Aus den Erfahrungen der gescheiterten Invasion wuchs für Napoleon der Entschluss, dort eine uneinnehmbare Festung zu errichten.

Die kurze Freude des Napoleon Bonaparte


"Morand" nannte der französische Kaiser das Fort in Sichtweite des Strandes. Für den Bau der Anlage wurden zwischen 1811 und 1813 zahlreiche Handwerker der Umgebung rekrutiert. Aber auch einige hundert Kriegsgefangene aus Spanien. Die umfangreichen Arbeiten verschlangen rund 230.000 Französische Franc. Bei einem Besuch in Den Helder bezeichnete Napoleon die Stadt als "Gibraltar des Nordens." Sehr viel Freude dürfte er an seiner Festung im Küstenort Huisduinen, der angestammten Heimat von Walfängern, allerdings nicht gehabt haben. Denn nach der Fertigstellung verlor der Kaiser von Frankreich die legendäre Völkerschlacht bei Leipzig, womit das Geschick des bis dahin erfolgreichen Feldherrn eine Wendung erfuhr. Ursprünglich sollte das Fort in den Niederlanden daraufhin gesprengt werden, doch bis Mai 1814 hielt Admiral Carell Hendrik Verhuell dort die Stellung.

Ein Teil des deutschen Atlantikwalls


In den Jahren des Ersten Weltkriegs war das Fort Kijkduin ein Teil der Verteidigungslinien der Stadt Den Helder. Südöstlich der Festung gab es 1916 einige Tests mit dem Ziel, Panzersperren zu platzieren, die durch Stahlbeton verstärkt wurden. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Fort im Mai 1940 kampflos an die deutsche Wehrmacht übergeben. Es hatte von nun an die Aufgabe, sich als Bollwerk des sogenannten Atlantikwalls zu bewähren. Im benachbarten Kroontjesbunker gab es einen Kommandostand für die deutsche Flugabwehr. Da dem Fort im Zweiten Weltkrieg die Bombardierung erspart blieb, kann es bis heute als Museum und als offizielles holländisches Reichsmonument genutzt werden. Im Jahr 1996 wurde die Festung durch die Stiftung Stelling Den Helder komplett renoviert.

Ein Aquarium in den Gewölben der Soldaten


Das Fort Kijkduin am Strand von Den Helder wird noch immer von einer mächtigen Mauer umgeben, die einst der Verteidigung dienen sollte. Im Innern treffen die Besucher des Museums auf ein Wachhaus sowie auf das überraschend gut erhaltene Wohnhaus des Fortwächters. Eine Rampe führt schließlich zu den einstigen Unterkünften der Soldaten, die in insgesamt acht Gewölben hausten. Dort gibt es heute eine umfangreiche Präsentation historischer Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg. Zwei dieser Gewölbe wurden später zu einem Seewasser-Aquarium mit einem zwölf Meter langen Glastunnel umgebaut. Besucher des Fort Kijkduins erreichen dieses Relikt aus unseligen Zeiten entweder mit dem Auto oder besser noch zu Fuß oder per Rad. Rund um die Anlage wurde ein weitläufiges Netz von Rad- und Wanderwegen angelegt.
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