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Leipziger Baumwollspinnerei


der Phönix aus der Asche

Die Leipziger Baumwollspinnerei liegt im Westen der Stadt im Ortsteil Lindenau. Der Name ist eher eine Untertreibung, weil es sich um ein Werksgelände mit einer Ausdehnung von 10 Hektar handelt. Die Fabrik wurde 1884 gegründet und wuchs in nur 25 Jahren zur größten Baumwollspinnerei auf dem europäischen Festland. Bis zur Wende im Jahr 1989 arbeiteten dort bis zu 4.000 Beschäftigte im Drei-Schicht-Betrieb. Als Folge der Globalisierung und Auslagerung von Industrien musste der Betrieb seinerzeit eingestellt werden.

Von der Fabrik zum Künstlerviertel

Der ehemaligen Leipziger Baumwollspinnerei ging es jedoch nicht so wie vielen anderen aufgegebenen Industriebauten, die einfach nach und nach verfielen und heute nur noch Ruinen sind. Das riesige Werksgelände wurde stattdessen von der Leipziger Kunst- und Kulturszene entdeckt, die sich dort niederließ. Zu den Menschen, die sich auf dem ehemaligen Werksgelände ansiedelten, gehören Freiberufler, Handwerker, Künstler und Individualisten. Auf dem Gelände der früheren Baumwollspinnerei fanden sie die Freiheiten, die es anderswo nicht mehr gab: bezahlbaren Wohnraum, große, lichtdurchflutete Werkstätten und Ateliers und die Möglichkeit, die Räume nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Die Bewegung wurde ein großer Erfolg. Sie führte dazu, dass bereits mehr als die Hälfte des leer stehenden Werksgeländes wieder genutzt wird. Auf dem Gelände haben sich mittlerweile 12 Kunstgalerien angesiedelt. Pioniere dieser Bewegung waren die Künstler der sogenannten "Neuen Leipziger Schule". Der Begriff ist in der Kunstwissenschaft umstritten. Auch die Künstler selbst hören ihn nicht so gern. Damit wird eine Strömung innerhalb der modernen Malerei bezeichnet.

Mehr als nur Kunst

Wenn Sie jedoch glauben, dass sich in der alten Leipziger Baumwollspinnerei nur Künstler angesiedelt haben, irren Sie sich. Auch viele Unternehmer fühlen sich in den alten Mauern wohl. In der Baumwollspinnerei sind in den letzten Jahren Architekturbüros, eine Fahrrad-Manufaktur, Druckereien und Ateliers für Modedesigner entstanden. Darüber hinaus gibt es dort eine Goldschmiede, eine Porzellanmanufaktur, eine Keramikwerkstatt und ein cleverer Startup - ein Geschäft für Künstlerbedarf.
Damit kein Besucher hungrig und durstig bleibt und ihm nicht langweilig wird, haben mehrere gastronomische Einrichtungen und ein Kino ihre Pforten für Besucher geöffnet.

Halle 14 und Halle 7

Halle 14 ist ein 5 Stockwerke hohes Gebäude der Spinnerei. Es wurde von 2002 bis 2012 saniert und komplett umgebaut. Darin entstand ein Zentrum für zeitgenössische Kunst. Die Anstrengungen wurden durch die Verleihung des Hieronymus-Lotter-Preises für Denkmalpflege der Kulturstiftung der Stadt Leipzig honoriert. Insgesamt kosteten die Arbeiten ungefähr 1,2 Millionen Euro.
Im Jahr 2016 beschloss der Leipziger Stadtrat, die frühere Halle 7 der Spinnerei ebenfalls zu sanieren. Das umfangreiche Vorhaben wurde im Jahr 2019 abgeschlossen. Jetzt haben in der alten Fabrikhalle das LOFFT und das Leipziger Tanztheater Einzug gehalten. Das LOFFT ist eine Produktions- und Spielstätte für Freies Theater, das 1997 gegründet wurde. Das Leipziger Tanztheater existiert dagegen bereits seit 1967. Es produziert abendfüllende Tanztheaterstücke und dient gleichzeitig auch als Ausbildungsstätte für Nachwuchskünstler. Mit seiner mehr als fünfzigjährigen Geschichte ist es das älteste Theater dieser Art in Deutschland.

Ein Besuch der Leipziger Baumwollspinnerei ist ein faszinierendes Erlebnis, das die Besucher in Kontakt mit den dort ansässigen Künstlern bringt. Natürlich können nicht alle Werkstätten zu jeder Zeit besucht werden. Viele Künstler treffen ihre individuellen Regelungen und laden Gäste ein. Das Konzept der Künstlersiedlung auf dem Gelände der Baumwollspinnerei kommt bei der Leipziger Bevölkerung und ihren Gästen gut an. Davon zeugt die rege Teilnahme an den öffentlichen Rundgängen, die regelmäßig im Frühjahr und im Herbst durch die Stadt Leipzig angeboten werden. An der letzten Führung im Herbst 2019 nahmen laut einer vorsichtigen Schätzung mehr als 8.000 Besucher teil. So bald wie möglich plant deshalb die Stadtverwaltung, wieder solche Führungen ins Programm aufzunehmen. Das ist eine ausgezeichnete Gelegenheit, Leipzig mal von einer ganz anderen Seite kennenzulernen.
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