Gedenkstätte Bautzen/ehemalige Sonderhaftanstalt Bautzen II


Die Gedenkstätte Bautzen in Sachsen ist als Ziel einer Studienreise oder einer Klassenfahrt für Schüler und Schülerinnen höherer Jahrgänge perfekt geeignet. Im ehemaligen „Stasi-Knast“ kann das im Geschichtsunterricht zu behandelnde Thema Gewaltherrschaft direkt am Ort des Geschehens hautnah erlebt werden.
Die ehemalige „Sonderhaftanstalt Bautzen“ befindet sich im Stadtteil Nordostring. Die beiden Gefängnisse Bautzen I und Bautzen II sind heute ein Ort der Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaften, ein Museum und gleichzeitig eine Begegnungsstätte.

Das Gelbe Elend

Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde 1990 von ehemaligen Häftlingen das sogenannte „B-Komitee“ gegründet. Eines ihrer Ziele war es, den Zustand der Anlagen möglichst im Original als Ort der Erinnerung zu erhalten. Nachdem Bautzen von der Eröffnung 1904 bis zur Machtübernahme durch die Nationalsozialisten zunächst ein normales und sogar äußerst modernes Gefängnis für reguläre Straftäter war, diente es danach der NS Diktatur. Nach dem Krieg begann sofort die Zeit der sowjetischen Besatzung und von 1945 bis 1956 wurden in dem Gebäude deren politische Gegner untergebracht. Speziell in Bautzen I saßen zunächst Nazi-Funktionäre und später praktisch alle Andersdenkenden. Diese wurden in der Regel der Spionage oder der „antisowjetischen Propaganda“ beschuldigt. Nach dem Ende dieser Phase wurde das Gefängnis dann nicht von der Justiz, sondern von der DDR-Volkspolizei übernommen. Die Gebäude waren im Allgemeinen total überfüllt und die Bedingungen sehr schlecht, da die Regierung auf Abschreckung in der Bevölkerung setzte. Bautzen I war allgemein unter dem Namen „Gelbes Elend“ verschrien und gefürchtet.

Wechselnde Ausstellungen

Besucher haben die Möglichkeit, sich in drei Sälen über die Historie der Haftanstalt in den drei unterschiedlichen Perioden zu informieren. Die Aufklärung erfolgt durch Originaldokumente, Fotos und Filmausschnitte. Regelmäßig werden hier auch Wechselausstellungen zu unterschiedlichen Themen präsentiert. Gerade für die jungen TeilnehmerInnen auf einer Schulfahrt ist meist der Rundgang über das Gelände äußerst interessant und beeindruckend. Besonders die Höfe für den Freigang, die Arrestzellen und die Isolationsstation machen die unmenschliche Behandlung der Gefangenen deutlich, die teilweise jahrelang ohne Kontakt zur Außenwelt einsaßen. Bautzen II wurde im Jahr 1992 geschlossen und schon 1993 wurde die Anlage als Gedenkstätte für die vielen Opfer wiedereröffnet.

Teilnahme an Schülerprojekten

Bei Interesse können die Gruppen auf einer Studienreise nach Voranmeldung auch an verschiedenen Schülerprojekten teilnehmen und sich so noch eingehender mit dem Thema von Gewaltherrschaften auseinandersetzen. Im Haus gibt es ein umfangreiches Archiv und eine Bibliothek für tiefer gehende Recherchen. Außerdem finden immer wieder Veranstaltungen, wie zum Beispiel Film- und Theatervorführungen, Podiumsdiskussionen und Buchpräsentationen statt, die auf einer Schulfahrt ebenfalls besucht werden können. Vielbeachtet von der Öffentlichkeit war unter anderem ein Konzert des Liedermachers und Regimekritikers Wolf Biermann, der 1976 aus der DDR ausgebürgert worden war.

Wer die Gedenkstätte Bautzen, die während der SED-Regierung auch als „Mielkes Privatknast“ gefürchtet war, im Rahmen einer Klassenfahrt besucht, kann sicher sein, dass die Schülerinnen und Schüler einen ausgezeichneten Einblick in die damaligen Bedingungen erhalten. Diese Exkursion ist eine ideale Ergänzung zum Lehrstoff im Geschichtsunterricht.
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