Das Museum der Erde in Warschau


Aus zwei Gründen lohnt es sich, im Rahmen einer Studienreise oder Klassenfahrt nach Warschau das dortige Museum der Erde zu besichtigen. Einerseits sind die geologisch-paläontologischen Exponate in diesem Haus in der polnischen Hauptstadt für Wissenschaftler von hohem Interesse. Andererseits ist das Haus im Norden der Aleja na Skarpie in der Warschauer Innenstadt von historischer Bedeutung. Denn die sogenannte "Pniewski-Villa" stammt aus dem späten 18. Jahrhundert und spielte in der Geschichte dieser Stadt eine bedeutende Rolle. Heute ist die Villa im Besitz der Polnischen Akademie der Wissenschaften, die dort das Museum der Erde einrichtete.

Blutspuren auf der Treppe zum Keller

Die "Pniewski-Villa" ist ein Werk des polnischen Architekten und Gartengestalters Simon Gottlieb Zug, der im 18. Jahrhundert im Bauamt des kurfürstlich-sächsischen Hofs in Dresden tätig war, während des Siebenjährigen Krieges nach Warschau zog und sich dort als fantasiereicher Planer von Parkanlagen einen Namen machte. Unter anderem schuf er den romantischen Garten "Arkadia" bei Nieboròw für den Fürsten Michael Radziwill. Aber auch die "Pniewski-Villa" in Warschau entstand durch ihn. Sie war über einen langen Zeitraum der Geschichte die Zentrale der Freimaurerloge und beherbergte später ein Zoologisches Museum. Wer heute die Villa und das dortige Museum im Rahmen einer Schulfahrt oder Studienreise besichtigt, kann hinter einer Glasscheibe die Blutspuren verwunderter Kämpfer auf der Treppe zum Keller erkennen.

Die Heimstatt eines Architekten

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Haus mit seiner Fassade aus grobem Sandstein wieder die Heimstatt des Architekten Bohdan Wiktor Kazimierz Pniewski, der dort bis zu seinem Tod im Jahre 1965 lebte. Er war als Architekt ein Sympathisant der Moderne, entwarf - wie sein Vorbild Simon Gottlieb Zug - zahlreiche Gebäude in Warschau und lehrte als Professor an zwei Universitäten. Nach der Vertreibung aus seiner Villa arbeitete er während des Zweiten Weltkriegs im Untergrund. Nach seinem Ableben erwarb die Polnische Akademie der Wissenschaft von seinen Erben das Haus und machte es zum Sitz des Museums der Erde. Die dort ausgestellten Exponate verteilen sich auf zwei Gebäude - auf das Weiße Frascati Palais, in dem einst ein Restaurant untergebracht war und auf die besagte Villa Pniewski.

Das Skelett eines Waldelefanten

Das Museum der Erde hat inzwischen eine Bedeutung internationalen Ranges und wer im Rahmen einer Klassenfahrt oder Schulfahrt dort landet, der erfährt manches über die Geheimnisse unseres Planeten. Die hier ausgestellten Sammlungen beinhalten unter anderem Meteoriten, die in diversen Gegenden Polens gefunden wurden. Erstaunlich ist aber auch die Fülle an Steinen und Mineralien aus der ganzen Welt. Wer sich für die Prozesse unter der Erdoberfläche interessiert, der bekommt im Museum der Erde zahlreiche Antworten. Eine spezielle Ausstellung präsentiert die Überreste großer Säugetiere, zum Beispiel das Skelett eines Waldelefanten, das in der Nachbarschaft Warschaus ausgegraben wurde. Sehenswert ist auch die Fülle von Devon-Fischen aus den Bergen um Swietokryskie. Originale aus dem 19. Jahrhundert dokumentieren im Museum die Tätigkeit weltberühmter Wissenschaftler auf dem Gebiet der Erderforschung. Insgesamt umfasst das Museum der Erde rund 170.000 Exponate und Artefakte.
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